Hasenforscher sind Rammlern auf der Spur

12. April 2004, 20:22
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Gerade rechtzeitig zum Ostertermin werden bemerkenswerte Details bekannt

Frankfurt am Main/Wien - Gerade rechtzeitig zum Ostertermin berichten deutsche Hasenforscher von einer erhöhten Paarungstätigkeit bei Feldhasen und bemerkenswerten Details dazu.

Ulrike Peschel vom Berliner Institut für Zoo- und Wildtierforschung - sie schreibt gerade an einer Doktorarbeit über das Paarungsverhalten des Feldhasen - weist darauf hin, dass allgemein die Population bei Feldhasen stagniert. Immer noch stehen die Tiere (auch in Österreich) auf der roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten.

Dennoch, die Frühjahrszeit bringt erhöhten Paarungswillen. Nicht selten, sagt Peschel, streite ein halbes Dutzend Rammler um ein einziges Weibchen, begleitet von wilden Jagdszenen und regelrechten Boxkämpfen.

Weibliche Hiebe

Wer dabei wen verdrischt, ist unter Forschern strittig. Nach gängiger Lehrmeinung sind es die Männchen, die sich um die Gunst der Hasendame raufen. Doch Ulrike Peschel hat beobachtet, wie Hasenweibchen allzu aufdringliche Verehrer mit kräftigen Hieben der Vorderläufe in die Flucht schlugen. Das Paarungsverhalten von Hasen ist noch längst nicht enträtselt.

In Österreich ist man derzeit wegen des Wetters besonders um die Hasenpopulation besorgt. Der Wildbiologe Christopher Böck spricht von "hoher Junghasensterblichkeit" und führt diese auf das nasskalte Wetter der vergangenen Monate zurück. Die jungen Hasen würden "zu viel Energie zum Trockenzittern" verbrauchen und seien dadurch "anfällig für Krankheiten und Parasiten". (APA, AP, DER STANDARD Printausgabe 10.4.2004)

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