Size matters ... zumindest beim Walross-Gemächt

19. April 2004, 14:22
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Studie: Größe des Penis hat hohe Bedeutung bei der Findung des geeigneten Weibchens

Winnipeg - Die Diskussionen über die Wichtigkeit der Größe des männlichen Geschlechtsorgans stehen einmal mehr im Zeichen internationaler Wissenschaftler: Denn kanadische Forscher haben nun entdeckt, dass bei Walrossen die Größe des Penis offensichtlich hohe Bedeutung bei der Findung des geeigneten Weibchens hat. Auffällig an der im Wissenschaftsmagazin "Nature" veröffentlichten Studie ist, dass fleischfressende Säuger in kälteren Regionen offensichtlich über längere Sexualorgane im Vergleich zur Körpergröße verfügen, als die, die in wärmeren Gebieten leben.

Die Forscher haben 122 verschiedene Tierarten und deren Baculum, das ist der Penisknochen, untersucht. Demnach verfügen etwa Walrosse, die ein Lebendgewicht von 1,7 Tonnen auf die Waage bringen, über ein 60 Zentimeter langes Baculum. Sie sind unter den Säugern diejenigen, die im Vergleich zu ihrer Körpergröße den längsten Penis besitzen. Im Vergleich dazu sind die stattlichen Seeelefanten, deren Gewicht fast 600 Kilogramm höher ist, relativ schwach bestückt.

Unterschiedliche Erklärungen

Die Wissenschaftler Steven Ferguson vom Freshwater Institute in Winnipeg und Serge Lariviere von der Delta Waterfowl Foundation, die diese Studie durchgeführt haben, nehmen an, dass dies mit der Strategie der Paarung zu tun hat. Während die Seeelefanten zwar heftige Kämpfe ausführen, ist die Anzahl der Weibchen relativ groß. Die Chance auf eine Paarung daher gut. Anders beim Walross: Sie sind Einzelgänger und die Chance ein Weibchen zu finden ist bei ihnen weitaus geringer. Ein großer Penis sei daher hilfreich beim Finden der passenden Partnerin.

Längere Penisknochen bei Tieren in der Arktis haben aber auch den Zweck, dass das männliche Sperma auch sicherer in die weibliche Eizelle dringt und so die Chance auf erfolgreichen Nachwuchs sichert. "Ein gut bestücktes Männchen wird also eher zum Vater", so Ferguson. Der Experte Matthew Gage von der University of East Anglia in England sieht hingegen nur den Aspekt der optimierten Chance auf Nachwuchs. "Es geht nur darum, welches Spermium zum weiblichen Ei kommt", so Gage.

Ort oder Temperatur?

Andere Forscher sehen hingegen in der Länge des Baculums auch Hinweise auf den Paarungsmodus: Seeelefanten paaren sich an Land, Walrosse im Wasser. An Land ist die Gefahr des Bruchs des Baculums zu groß, daher sorgte die Evolution für einen kürzeren Penisknochen.

Ferguson teilt die Theorie der Problematik eines Bruchs allerdings nicht: seiner Ansicht nach ist diese Gefahr auch im Wasser gegeben. Er sieht die Temperatur der Lebensumwelt als ausschlaggebend für die Größe des männlichen Geschlechtsorgans. (pte)

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