Magnetschwebebahnen: Höllenlärm statt sanftes Gleiten?

10. April 2004, 19:00
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Anrainer leiden subjektiv stärker als unter der Geräuschentwicklung herkömmlicher Intercity-Züge

Amsterdam - Magnetschwebebahnen verursachen wesentlich mehr Lärm als herkömmliche Intercity-Züge. Zu diesem Ergebnis sind Joos Vos und sein Forschungsteam von der niederländischen Forschungseinrichtung TNO Human Factors Soesterberg gekommen. Die Lärmverschmutzung der Magnetschwebezüge wird vor allem von Anrainern als besonders störend empfunden, berichtet das Wissenschaftsmagazin "Nature".

Vos und sein Team hatten Anrainern von Eisenbahnlinien Aufnahmen von verschiedenen Zügen vorgespielt. Darunter waren auch jene Geräusche, die Magnetschwebebahnen verursachen. Die Probanden reagierten auf die Geräusche der Schwebebahnen wesentlich ablehnender und bezeichneten sie als störend.

Schweber als Renner

Magnetschwebebahnen sind derzeit vor allem in Deutschland, China und den USA ein Renner. Prototypen wurden in Deutschland und Japan gebaut. Die modernste Anlage steht derzeit in China: Zwischen Schanghai und den Pudong Flughafen wurde 20003 ein solcher Hochgeschwindigkeitszug errichtet, der Spitzengeschwindigkeiten von 500 km/h erreicht.

Ende 2009/Anfang 2010 wird auch in München eine solche Bahn zwischen dem Hauptbahnhof und dem 40 Kilometer entfernten Flughafen Franz Joseph Strauß in Betrieb gehen. Auch dort werben die Errichter mit dem Argument, dass die Magnetschwebebahn wesentlich leiser sei als herkömmliche Eisenbahnen. Die Fahrzeit mit der Schwebebahn wird insgesamt nur zehn Minuten betragen. Auch durch die US-Metropolen Pittsburgh und Baltimore sollen bald schon solche Magnetschwebebahnen flitzen.

Funktionsweise

Starke Magnetfelder lassen den Zug wenige Zentimeter über dem Gleis schweben. Elektromagnetische Felder zwischen dem Zug und Bahnkörper treiben die Garnitur an. Durch die verminderte Reibung können diese Bahnen doppelt so schnell fahren wie normale Züge. Die Zukunft der Magnetschwebebahnen hängt aber eng mit deren Umweltverträglichkeit zusammen. Nach ersten Untersuchungen ist der Lärm herkömmlicher Eisenbahnzüge und der von Magnetschwebebahnen etwa gleich groß. Aber Lärmbelastung hängt nicht nur von der Qualität des Lärms selbst, sondern auch vom Volumen ab, erklären die niederländischen Forscher.

"Bei hohen Geschwindigkeiten entwickelt der Magnetschwebezug ebenso viel Lärm wie ein Flugzeug", so Vos. Der Experte glaubt aber auch, dass der Lärm von den Menschen deshalb als unangenehmer empfunden wird, weil sie diese Art des Lärms bisher nicht kannten. "Wenn man sich an das Geräusch gewöhnt hat, findet man es nicht mehr so störend", erklärt der Experte. (pte)

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    Japans MLX-01

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