Appetit auf Autogrill-Restaurants wächst

16. April 2004, 14:05
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Don-Gil-Käufer Burani bietet um 4300 Autobahnraststätten von Benetton mit

Der Appetit auf die Benetton-Restaurantkette Autogrill wächst. Dazu zählt auch die weltgrößte Cateringkette Compass Group und das von italienischen Großunternehmern gegründete Konsortium "TIP", an dem auch die Modefirma Burani beteiligt ist. Burani hat kürzlich die 37 österreichischen Don-Gil-Läden von Palmers gekauft.

Gründe, warum sich Benettons vom florierende Autobahnraststättengeschäft (Gesamtumsatz 3,2 Mrd. Euro) trennen will, gibt es mehrere. Nach Konzernangaben sind die Wachstumsschwierigkeiten am Inlandsmarkt ausschlaggebend für das Verkaufsinteresse. Die Kartellbehörde erschwere die Expansion. Denn die Geschwister Benetton kontrollieren nicht nur Autogrill sondern auch Europas größte Autobahngesellschaft Autostrade. Dies ist den Wettbewerbshütern ein Dorn im Auge.

Auch von einem Streit im Hause Benetton ist die Rede. Vor allem Unternehmensgründer Luciano wolle sich auf das Kerngeschäft, die Mode, rückbesinnen. Tatsächlich ist die Expansionspolitik von Bruder Gilberto dem Konzern teuer zu stehen gekommen. Noch muss die Kapitalaufstockung bei der Telecom-Italia-Beteiligungsholding Olimpia finanziert werden, an welcher Benettons 16 Prozent halten.

Benetton-Familienholding

Derzeit kontrolliert die Benetton-Familienholding Edizione Holding 57 Prozent der Autogrill-Anteile. Benetton fordert für seinen Anteil angeblich 1,7 bis zwei Mrd. Euro. Goldman Sachs sondiert die Käufer und will bis Juni die Gespräche abgeschlossen haben. Zu den Interessenten zählen auch mehrere Private-Equity-Investoren. Gilberto Benetton verwies auf die "Gefahr" der Private Equity, die "zu schnell Kasse machen wollen" und dadurch die nötigen Investitionen vernachlässigen würden.

Mit einem Jahresumsatz von 3,2 Mrd. Euro kontrolliert Autogrill 4300 Restaurants mit insgesamt 44.000 Mitarbeitern in 15 Ländern. In Österreich ist Autogrill nicht nur mit der Raststätte auf der Brennerautobahn sondern auch mit den Wienerwald-Raststätten präsent und zählt über 400 Mitarbeiter. Autogrill will vor allem bei Flughafen-Restaurants expandieren.

Derzeit bestreiten die US-Flughafenrestaurants bereits 52 Prozent des Umsatzes. Bis 2006 plant Autogrill 600 Mio. Euro für weitere Akquisitionen zu investieren. (Thesy Kness-Bastaroli aus Mailand, Der Standard, Printausgabe, 10.04.2004)

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