Straw gibt Fehleinschätzung der Lage zu

11. April 2004, 14:43
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Britischer Außenminister: "Es besteht kein Zweifel, dass die derzeitige Situation sehr ernst ist"

London - Der britische Außenminister Jack Straw hat eingeräumt, die Lage im Irak falsch eingeschätzt zu haben. In einem BBC-Radio-Interview antwortete er am Freitag auf die Frage, ob er vor einem Jahr gedacht hätte, dass sich die Dinge dermaßen schlecht entwickeln würden: "Nein. Es besteht kein Zweifel, dass die derzeitige Situation sehr ernst ist." Es sei die schwerste Krise seit dem Krieg vor einem Jahr.

Man müsse sich aber klar machen, dass der Irak auch vorher schon ein brodelnder Kessel gewesen sei, nur habe man das nicht so gemerkt, weil der Diktator Saddam Hussein mit aller Kraft den Deckel draufgehalten habe. Jetzt sei der Deckel weg, "und ein Teil der Spannungen und des Drucks, die sowieso da waren und sich in jedem Fall entladen hätten, richtet sich nun gegen die Koalition". Die Mehrheit der Iraker stehe jedoch nicht hinter den Aufständischen, sondern wünsche sich einen schnellen und gewaltlosen Wechsel zu einer irakischen Demokratie, sagte Straw. (APA/dpa)

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