Fremdwährungskredite: Kritik an Verschärfung

20. April 2004, 10:37
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Volksbanken gegen Wettbewerbsverzerrung

Wien - Die Volksbanken wettern gegen geplante gesetzliche Verschärfungen in der Beratung für Fremdwährungskredite. Nicht nur ist ihnen der absehbare höhere Aufwand ein Dorn im Auge, auch sehen die Volksbanken eine Wettbewerbsverzerrung gegenüber Kreditvermittlern und Strukturvertrieben, die dem neuen Bankwesengesetz (BWG) nicht unterliegen.

Nicht zuletzt fordern die Volksbanken Rechtssicherheit in Haftungsfragen, sollten die Beratungsverpflichtungen den Kunden gegenüber tatsächlich auf einem höheren Niveau standardisiert werden.

Ein Viertel geht fremd

Zum Hintergrund: Die Volksbanken sind in Österreich der Sektor mit den relativ höchsten Fremdwährungskreditbeständen aller Banken. 25 Prozent aller Kredite laufen bei den Volksbanken in fremden Währungen, vorrangig Franken und Yen. Im Westen Österreichs, wo die Nachfrage schon leicht rückläufig ist, liegt der Anteil bei 45 Prozent, in Wien liege der Anteil bei 23 Prozent. Notenbank und Finanzmarktaufsicht drängen die Kreditwirtschaft seit langem zur Risikominimierung im Fremdwährungsbereich.

Während andere Banken ihr Filialnetz straffen, wollen die Volksbanken weiter aufstocken. Die Expansion ist jedoch vorrangig im benachbarten östlichen Ausland geplant.

Das Geschäftsjahr 2003 verlief erfreulich. Das Betriebsergebnis im Volksbanken-Sektor (554 Bankstellen, 5096 Mitarbeiter) stieg um 8,7 Prozent auf 296 Mio. Euro. Die Bilanzsumme wuchs um 5,8 Prozent auf 32 Mrd. Euro.

Die Spareinlagen stiegen um 4,1 Prozent auf 9,3 Mrd. Euro. Die Direktkredite verzeichneten einen Anstieg um 4,3 Prozent auf 16,1 Mrd. Euro. Das Wachstum liegt hier jeweils über dem Branchenschnitt. Die Volksbanken rühmen sich, die höchste Kundenzufriedenheit aller Institute zu haben. (miba, APA, Der Standard, Printausgabe, 10.04.2004)

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