Deutsche Zeiten, schlechte Zeiten bei Warner

15. April 2004, 12:23
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Mehr als die Hälfte der Angestellten in Deutschland verlieren Job - statt nationaler Künstler Konzentration auf internationale Top-Stars

Hamburg - Der Musikkonzern Warner Music wird nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Spiegel" sein Musik- und Künstlerangebot in Deutschland dramatisch verkleinern. Die Bereiche Dance, Klassik und Jazz entfallen künftig, das Geschäft mit nationalen Künstlern werde insgesamt auf ein Minimum beschränkt, berichtet der "Spiegel" unter Berufung auf interne Warner-Dokumente. Warner Music war Ende vergangenen Jahres von einer amerikanischen Investorengruppe um Edgar Bronfman Jr. übernommen worden, die den drittgrößten Musikkonzern der Welt seither massiv umstrukturiert und verschlankt.

Von 239 Angestellten der deutschen Warner-Niederlassung sollen dem "Spiegel"-Bericht zufolge nur 104 ihren Job behalten. Das sei in einer "Betriebsvereinbarung" vom 25. März so vorgesehen. Warner Music hatte sich erst Ende März entschieden, seinen deutschen Hauptsitz in Hamburg zu belassen und nicht nach Berlin zu ziehen. Zuvor war bereits die Musikfirma Universal von Hamburg nach Berlin abgewandert.

Bei Warner sollten sich die verbleibenden Mitarbeiter künftig vorwiegend auf die internationalen Top-Stars wie Madonna konzentrieren, da der Abschluss neuer Plattenverträge für deutsche Künstler "radikal reduziert" werden sollte, hieß es in dem Bericht. Warner hat mit Max Mutzke ("Cant Wait Until Tonight") gerade einen Nummer-eins-Hit und auch deutsche Erfolgsinterpreten wie Seeed und Sasha unter Vertrag. (APA/dpa)

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