Spywarehersteller Claria will unbedingt an die Börse

18. April 2004, 16:42
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Softwarehersteller wegen Werbemethoden unter Beschuss

Der Softwarehersteller Claria, früher unter dem Namen Gator bekannt, will sich durch einen Börsengang eine nicht näher bezifferte Summe frischer Finanzmittel beschaffen. Wie der IT-Branchendienst Cnet berichtet, hat das Unternehmen dafür einen Antrag bei der US-amerikanischen Börsenaufsichtsbehörde gestellt. Darin gibt Claria für das Jahr 2003 einen Nettogewinn von 30 Mio. Dollar bei 90 Mio. Dollar Umsatz an und zeigt sich optimistisch ob zukünftiger Einnahmen aus dem Onlinewerbemarkt. Das Unternehmen weist aber darauf hin, dass sein Geschäftsmodell zahlreiche Risiken beinhaltet. So sieht es sein Werbegeschäft mittels Pop-ups durch neue Gesetze beeinflusst. Außerdem gebe es zahlreiche Verfahren wegen Verletzungen von Handelsmarken und Copyrights.

VErbot

Ab dem 3. Mai dieses Jahres wird der US-Staat Utah Claria das Anbieten der Firmen-Produkte und Services verbieten. Das 1998 gegründete Unternehmen verdient sein Geld mit der Herstellung so genannter Spyware, die das Ausspionieren von Kundenprofilen und das Angebot von Pop-ups mit individueller Werbung ermöglicht. Wegen seiner Werbemethoden muss Claria sich immer wieder vor Gerichten verantworten. Erst kürzlich hatte ein europäisches Gericht nach Angaben von Cnet per einstweiliger Verfügung die Pop-ups des Unternehmens auf der Website des Autovermieters Hertz verboten. Trotz seiner in die Kritik geratenen Praktiken verfügt Claria nach eigenen Angaben derzeit über einen Kundenstamm von weltweit 43 Mio. Menschen. (pte)

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