Appetit wird kurz nach Geburt festgelegt

16. April 2004, 12:06
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Entscheidend für Esslust ist die Menge des Hormons Leptin

London - Der Appetit eines Menschen wird schon kurz nach der Geburt festgelegt. Verantwortlich für die Esslust ist nach Angaben amerikanischer Wissenschaftler die Menge des Hormons Leptin, die wiederum von den Erbanlagen des Menschen abhängt. Leptin wird vom Fettgewebe des Körpers gebildet und reguliert den Appetit. Je mehr Leptin der Körper produziert, desto schneller fühlt sich ein Mensch satt.

Dick im Alter ohne Leptin

Die Forscher der Universität Oregon in Portland hatten die Rolle von Leptin an genetisch veränderten Mäusen untersucht, die das Hormon nicht produzieren können. Der Mangel an Leptin sorgte dafür, dass die Tiere im Alter dick wurden. Erhielten sie jedoch in den ersten Lebenswochen das Hormon, fraßen sie auch in den Jahren danach sehr viel weniger.

Schneller satt

In den für Hungergefühle zuständigen Gehirnregionen der mit Leptin behandelten Mäuse entdeckten die Forscher zudem mehr Nervenzellen, wie das Magazin "Nature" berichtet. Die Experten vermuten, dass die größere Zahl von Nervenzellen diesen Gehirnteil zu mehr Aktivität stimuliert und sich die Tiere deshalb zeitlebens schneller satt fühlen. Die Leptinmenge habe nichts mit der Ernährung in den ersten Lebenswochen zu tun, sondern hänge allein von den Erbanlagen ab.

Kenntnisse über die Wechselwirkung zwischen Leptin und dem Gehirn könnten zur Entwicklung neuer Medikamente gegen Übergewicht führen. Dies scheint dringend geboten: Die US-Gesundheitsbehörden rechnen damit, dass Übergewicht bald Rauchen als häufigste vermeidbare Todesursache ablösen könnte. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt allerdings als bestes Mittel zum Abnehmen den Verzehr von Obst, viel Bewegung und die Meidung von Fett. (APA)

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