Scheibner findet Wahlkampfstil "merkwürdig"

12. April 2004, 15:59
6 Postings

Für Information statt Wahlempfehlung - Zu Umbildung des FPÖ-Regierungsteams: "Fix ist nichts. Aber ausgeschlossen ist auch nichts"

Wien - "Wirklich merkwürdig" ist für den freiheitlichen Klubchef Herbert Scheibner die Art und Weise des laufenden Präsidentschafts-Wahlkampfes. Grundsätzlich handle es sich dabei um eine Sache der Wahlkampfmanager, so Scheibner am Freitag. Man könne aber nur hoffen, dass die Wahlbeteiligung nicht leiden werde, wenn statt über Inhalte zu reden im Schiedsgericht über Manner-Schnitten entschieden werde.

"Das ist wirklich die Frage, ob das dem höchsten Amt im Staat gerecht wird", so der Klubobmann über den "relativ matten und langweiligen" Wahlkampf. Gerade in Zeiten, in denen der Weltfriede etwa durch den internationalen Terrorismus in Gefahr sei, sollte mehr zu erwarten sein: "Wenn man sich dann um Sachen wie die Manner-Schnitten kümmert, fragt man sich schon, ob man den Grundsatz des 'Glücklichen Österreich' nicht überinterpretiert."

Mündige Bürger

Von einer Wahlempfehlung seiner Partei für einen der beiden Kandidaten hält Scheibner wenig. Die Bürger seien mündig genug, selbst zu entscheiden, betonte er. Sehr wohl setzte er aber auf die von den Freiheitlichen geplanten Hearings mit den Kandidaten. "Es ist sinnvoll, dass man sich wirklich ein Bild machen kann", die Inhalte dieser Veranstaltungen sollen dann auch publiziert werden.

Nicht kommentieren wollte Scheibner die Frage, ob die ÖVP-Kandidatin Benita Ferrero-Waldner bei einer Niederlage am 25. April Außenministerin bleiben könne. Dies sei Sache des Koalitionspartner, die Freiheitlichen würden auch keine Einmischung zulassen.

Zu einer allfälligen Umbildung der eigenen, freiheitlichen Regierungsteams sagte der Klubobmann nur: "Fix ist nichts. Aber ausgeschlossen ist auch nichts." Ziel sein müsse eine "möglichst dynamische und optimale Regierungsarbeit", allfällige Umbesetzungen seien in den Gremien zu besprechen. (APA)

Share if you care.