Opposition spricht von Wahlbetrug

12. April 2004, 15:49
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Gegenkandidaten waren zuversichtlich, Stichwahl zu erreichen

Algier - Ex-Premier Benflis und mehrere andere der insgesamt fünf Konkurrenten hatten bereits am Donnerstagabend von einem massiven Wahlbetrug gesprochen. Im Zentrum Algiers kam es in der Nacht nach der Bekanntgabe der ersten Auszählungen zu Auseinandersetzungen zwischen Benflis-Anhängern und Sicherheitskräften.

Die Gegenkandidaten waren davon überzeugt, dass Bouteflika die absolute Mehrheit nicht erreichen würde und eine Stichwahl am 22. April notwendig sein müsste. Die Wahlbeteiligung lag nach offiziellen Angaben bei 57,78 Prozent und damit um mehr als 2 Prozentpunkte niedriger als bei der Präsidentenwahl vor fünf Jahren. Damals hatten sich alle Kandidaten außer Bouteflika in letzter Minute wegen angeblichen Wahlbetrugs zurückgezogen.

Benflis kam auf acht Prozent. Der Parteichef der früheren Einheitspartei Nationale Befreiungsfront (FLN), der auch Bouteflika angehört, war von dem Präsidenten aus dem Amt des Regierungschefs entlassen worden, nachdem er seine Kandidatur angekündigt hatte.

Der islamistische Kandidat Abdallah Djaballah erzielte knapp fünf Prozent. Innenminister Zerhouni betonte, Wahlbeobachter hätten die Stimmabgabe im ganzen Land verfolgt. Er reagierte damit auf Vorwürfe des Wahlbetrugs durch die Opposition. Das Wahlergebnis ist offiziell, muss aber noch vom algerischen Verfassungsrat anerkannt werden. (APA/dpa/AP)

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