Burgstaller skeptisch über Kasernen als Flüchtlingsquartiere

12. April 2004, 18:59
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Gemeinsame Anstrengung notwendig, um Ghettoisierung von Asylwerbern zu verhindern

Salzburg - "Kasernen als Quartiere sind in der Asylpolitik nicht der richtige Weg. Das führt nur zu einer für alle Seiten unerträglichen Ghettoisierung. Vielmehr sollen alle Gemeinden zusammenhelfen, Unterbringungsmöglichkeiten für Asylwerber zu finden. In vielen Gemeinden unseres Bundeslands könnten dann ein oder zwei Familien ein menschenwürdiges Quartier finden", stellte Salzburgs SPÖ-Vorsitzende und designierte Landeshauptfrau Gabi Burgstaller heute, Freitag, in einer Aussendung fest.

Plattform

"Salzburg braucht eine vernünftige, menschliche Asylpolitik, die sowohl dem Schutz der Asylwerber dient als auch die Sorgen der Einheimischen berücksichtigt", sagte Burgstaller. Die Salzburger SP-Chefin will sich nach ihrer Angelobung zur Landeshauptfrau für eine Plattform einsetzen, die an diesem Ziel arbeiten soll, und an der neben anderen auch Gemeindeverband und Städtebund teilnehmen sollen. Erzbischof Alois Kothgasser habe mit seinen "mahnenden Worten an den Bundeskanzler einen positiven Akzent für mehr Menschlichkeit im Umgang mit Asylwerbern" gesetzt, ergänzt Gabi Burgstaller.

Die designierte Landeshauptfrau regt überdies an, Asylwerberinnen und -werbern eine Möglichkeit zur Beschäftigung in Österreich einzuräumen. Leider wurde eine von ihr unterstützte Initiative der Nationalratsabgeordneten Erika Scharer kürzlich von den Regierungsparteien abgelehnt. "Statt der jährlich wiederkehrenden Genehmigung zusätzlicher Saisonniers sollten AsylwerberInnen unter bestimmten Bedingungen hier arbeiten dürfen. Eine Chance für die Menschen, sich in einer neuen Umgebung besser zurechtzufinden und nicht von der Sozialhilfe leben zu müssen. Eine Chance aber auch für Salzburger Unternehmen, die damit die saisonale Nachfrage nach Mitarbeitern besser befriedigen könnten", betonte Burgstaller. Viele Tourismusbetriebe hätten sich in den vergangenen Monaten mit diesem Anliegen an sie gewandt, so die zukünftige Landeshauptfrau. (APA)

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