Mutmaßlicher Logistiker der Terror-Gruppe GICM in Paris verhaftet

9. April 2004, 18:10
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Attila Turk versuchte, in die Türkei zu fliehen

Paris - Im Zusammenhang mit den Terroranschlägen von Casablanca haben die Pariser Justizbehörden in der Nacht zum Freitag einen türkischen Staatsbürger in Untersuchungshaft genommen. Nach Angaben der Ermittler zählte der mutmaßliche radikale Fundamentalist zu den zunächst 13 Verdächtigen, die am Montag in Polizeigewahrsam genommen worden waren.

Der Mann, dessen Name mit Attila Turk angegeben wurde, hatte demnach am Sonntag noch versucht, vom Pariser Flughafen Roissy aus in die Türkei auszureisen. Er wird nach französischem Strafrecht der Bildung einer kriminellen Vereinigung in Zusammenhang mit einem terroristischen Unternehmen verdächtigt.

Den Angaben zufolge halten die Ermittler Turk für einen Logistiker der Terror-Organisation "Marokkanischen Islamischen Kampfgruppe" (GICM) ein. Die GICM soll die Anschläge von Casablanca verübt haben, bei denen im Mai 2003 45 Menschen getötet worden waren. Sie wird auch wegen der Attentate von Madrid verdächtigt. Nach Einschätzung europäischer Geheimdienste dient die Türkei der GICM als Drehscheibe für Kämpfer, die in afghanische Ausbildungslager reisen.

Von den 13 in der Pariser Region Festgenommenen sind die meisten marokkanischer oder französischer Staatsangehörigkeit. Sieben von ihnen wurden bis Donnerstag auf freien Fuß gesetzt. Die letzten fünf Verdächtigen sollten am Freitag Pariser Anti-Terror-Richtern vorgeführt werden. Drei von ihnen werden mit internationalem Haftbefehl von Marokko wegen der Anschläge von Casablanca gesucht. Nach Angaben der Fahnder zählt zu diesen drei Hauptverdächtigen Moustapha Baouchi, der mutmaßliche Chef einer Terror-Zelle der GICM. (APA)

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