Regierung will mehr Frauen als Vertragsärztinnen

22. April 2004, 20:46
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Rauch-Kallat kündigt Wirksamkeit der Verordnung ab 2005 an

Wien - Gesundheitsministerin Rauch-Kallat will den Frauenanteil in der VertragsärztInnenschaft erhöhen. Derzeit sind Frauen im Auswahlverfahren für eine "Kassenarztstelle" (AllgemeinmedizinerInnen und FachärztInnen) oft schlechter gereiht und benachteiligt. Das will die Ministerin nun ändern - und zwar mit einer Novelle der Reihungskriterien-Verordnung, kündigte Rauch-Kallat am Freitag an.

Geschlechter-Ausgleich schaffen

Bei Beibehaltung des bisherigen Prozederes sei eine Verbesserung der Frauenquote kurz- und mittelfristig nicht absehbar gewesen, erläuterte die Gesundheits- und Frauenministerin. Ihr Ziel sei es nun, zwischen Bewerbern und Bewerberinnen ein ausgeglicheneres Verhältnis herzustellen. "Das Wesentlichste ist, dass mit dem erleichterten Zugang zum Hearing den Frauen eine größere Möglichkeit zur Präsentation gegeben wird."

Änderung der Hearing-Modalitäten

Bisher gibt es eine Reihung nach Punkten, wobei fachliche Kriterien hier ebenso herangezogen werden wie die Wartezeit eines/einer Bewerbers/Bewerberin. Ein Hearing werde dann unter den Erstgereihten abgehalten. Künftig soll die Reihung zwar genau so vorgenommen werden wie bisher. Nach Vorliegen der Liste sollen aber nicht nur mehr die Erstgereihten zu dem Hearing eingeladen werden, sondern auch schlechter platzierte Frauen, die allerdings eine ebenso gute Qualifikation vorweisen müssen wie die Erstgereihten.

In der jüngeren Vergangenheit habe sich nämlich gezeigt, "dass das Kriterium Wartezeit immer stärker berücksichtigt wurde. Und da wurden Frauen besonders diskriminiert", so die Frauenministerin. Die Verordnung soll noch heuer in Kraft treten und mit 2005 wirksam werden. (APA)

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