ÖGJ-Frauenvorsitzende: "Frauen brauchen keine Bevormundung"

22. Juli 2004, 11:41
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Karin Felberer: Die Ideologie des Cartellverbandes wurzelt im 18. Jahrhundert und dort soll sie auch bleiben

Wien - Der Vorschlag des Österreichischen Cartellverbandes (ÖCV), Schwangerschaftsabbruch bei sozialer oder rein eugenischer (nicht medizinischer) Indikation zu verbieten widerspreche "jeglichem Selbstbestimmungsrecht der Frau", stellt die ÖGJ-Niederösterreich-Frauenvorsitzende Karin Felberer fest.

Anscheinend seien sich die "alten Herren des ÖCV" über die Tragweite ihrer Forderung nicht bewusst, so Felberer weiter. Gerade in einem Zeitalter, in dem durch die unsoziale Politik der schwarz-blauen Bundesregierung immer mehr Frauen an den Rand der Armut gedrängt werden, sei es eine Anmaßung, Frauen das Recht der Entscheidung über ihren eigenen Körper abstreiten zu wollen.

Der ÖCV sei in seiner traditionellen Welt einer intakten Familie aus Vater (Alleinverdiener), Mutter (Hausfrau) und Kindern derartig gefangen, dass er die Realität in Österreich nicht mehr wahrnehmen kann. Ein absolutes Verbot des sowieso streng reglementierten Schwangerschaftsabbruchs würde für Frauen aus sozial schwächeren Schichten bedeuten, Kinder zur Adoption freigeben zu müssen beziehungsweise, Frauen in ungewollte Abhängigkeit zu drängen.

Daher sollte der ÖCV aktive Frauenpolitik denjenigen überlassen, die sich damit auskennen: einzig und alleine den Frauen. (red)

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