Mo'blogs und das Ende der Privatsphäre

20. April 2004, 12:23
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Fotohandys führen auch zur raschen - und meist unerwünschten - Verbreitung von Schnappschüssen

Ein Fotohandy in jeder Tasche: Dieser Zustand, den wir bald erreichen werden, wirft auch neue Fragen der Privatsphäre auf. Vor allem, weil Fotos dadurch viel öffentlicher als früher werden: Die Chance, dass ein Knipser seine Bilder (auch die inkriminierenden) für alle Welt sichtbar ins Internet stellt, wächst praktisch täglich. "Mo'blogs" - mobile Weblogs - heißt der letzte Schrei: Eben erst geknipst, schon in einem Internettagebuch veröffentlicht.

Unmittelbar

Eine neue Entwicklung von Siemens - FotoGPS - zeigt, welche Trends hier noch zu erwarten sind: Dabei werden mit dem geknipsten Bild auch die exakten geografischen Daten (via GPS-Satellit) der Aufnahme verbunden. Ob der Seitensprung beim Abendessen im Nobelrestaurant oder die Prinzessin in privater Umgebung, fast nirgendwo gibt es noch Gewissheit, dasss man nicht fotografiert werden kann. Viele Unternehmen - u.a. Samsung, selbst Hersteller von Fotohandys - haben inzwischen strenge Handyverbote eingeführt, um sich vor Betriebsspionage zu schützen.

Das fatale an den digitalen Bildern: Einmal geschossen sind sie kaum noch aus dem Verkehr zu ziehen, da sie mit jeder Mail und jedem MMS-Versand ohne Qualitätsverlust kopiert werden. (spu / DER STANDARD Printausgabe, 09.04.2004)

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