Terrorangst in Rom: Kontrollen im Vatikan wie am Flughafen

11. April 2004, 23:58
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Enormes Polizeiaufgebot - Zugangsstraßen zum Vatikan während der Nacht gesperrt - Flugverbot für Kleinflugzeuge

Rom - Zu den Osterfeiertagen sind in Rom besonders strenge Sicherheitsvorkehrungen wegen der Gefahr von Terroranschlägen islamischer Extremisten getroffen worden.

Angekündigte Selbstmordattentate

Seit Tagen kursieren Gerüchte über mögliche Selbstmordattentate in Rom und gegen den Vatikan. Alle Zugangsstraßen zum Vatikan, darunter die breite Via della Conciliazione, wurden am Donnerstag um Mitternacht bis Freitag 7.00 Uhr früh gesperrt. Auch tagsüber wurden die Kontrollen auf dem Petersplatz verschärft. Die Zahl der Polizisten im Zivil, die den Platz bewachen, wurde erhöht.

Flugverbot für Kleinflugzeuge

Mit einem am Ostersonntag und Ostermontag geltenden Flugverbot für Kleinflugzeuge soll Terroranschlägen vorgebeugt werden, teilten die italienischen Flugbehörden in einer Presseaussendung mit. Kleinflugzeugen ist es an den beiden Tagen untersagt, im Umkreis von fünf Meilen um das Stadtzentrum zu fliegen. Ausgenommen vom Verbot sind Staatsflüge. Ein ähnliches Flugverbot war bereits zu Weihnachten erlassen worden.

Kontrollen wie am Flughafen

Die Gläubigen, die an den Feiern im Petersdom teilnehmen wollen, werden Kontrollen wie an Flughäfen unterzogen. Zudem wurde die Bewachung tausender Sehenswürdigkeiten sowie von Flughäfen, Bahnhöfen und U-Bahn-Stationen verstärkt. Italien gehört zu den Ländern, die das Vorgehen der USA im Irak von Anfang an unterstützen. Mehr als 3.000 italienische Soldaten sind im Südirak stationiert.

Sicherheitsvorkehrungen wurden auch rund um die größten Kirchen in Italien ergriffen, darunter die Markus-Basilika in Venedig und die Kathedrale Santa Maria Novella in Florenz. Besucher werden gebeten, die Kirchen ohne Rucksäcke zu besichtigen.

Italien hat in den vergangenen Wochen bereits die Kontrollen zur Sicherheit so genannter einfacher Ziele wie U-Bahn-Stationen, Bahnhöfe, Einkaufszentren und Banken erhöht. Nach Angaben des italienischen Innenministers Giuseppe Pisanu werden in Italien 13.000 Einrichtungen bewacht.(APA/dpa)

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    Enormes Polizeiaufgebot im Vatikan

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