Falluja: Iraker trotz Waffenruhe getötet - US-Soldaten verletzt

11. April 2004, 15:14
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Armeeangehörige von Heckenschützen beschlossen - Zivilisten verlassen die Stadt in Scharen

Falluja - Ungeachtet einer seit 08.00 Uhr MESZ geltenden Waffenruhe sind am Sonntag in Falluja ein Iraker getötet und zwei US-Marineinfanteristen von Schüssen verletzt worden. Das teilte ein Sprecher der US-Armee in der Stadt mit. Die US-Soldaten wurden demnach von Heckenschützen beschossen, der Iraker sei bei einem Straßenkampf getötet worden.

Ein Mitglied des irakischen Regierungsrates, Mahmud Othman, sagte dagegen, dass die Waffenruhe "jetzt zu halten scheint". Sie sollte zunächst zwölf Stunden dauern, könnte den Angaben Othmans zufolge aber verlängert werden. Eine für vergangenen Freitag geplante Waffenruhe war hingegen gescheitert, weil sich die Aufständischen nicht an sie hielten.

Unter den Bedingungen der Feuerpause nutzten am Sonntag scharenweise Zivilisten die Chance, die Stadt - eine Hochburg des sunnitischen Widerstands gegen die US-Besatzung - zu verlassen. Die sunnitischen Rebellen, die sich dort seit Tagen mit den US-Marineinfanteristen Straßenkämpfe liefern, blieben dagegen in Falluja.

In Falluja - rund 50 Kilometer westlich der Hauptstadt Bagdad - waren vor einer Woche vier amerikanische Mitglieder eines Sicherheitsdienstes getötet und ihre Leichen geschändet worden. Daraufhin hatte die US-Armee die Stadt abgeriegelt und eine massive Fahndung nach den Tätern dort eingeleitet. (APA/Reuters)

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    Laut Ärzten waren bei der Offensive in Falluja bereits mehr als 450 Menschen getötet worden.

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