Menschenhändler nutzen EU-Erweiterung

12. April 2004, 00:02
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120.000 Frauen und Kinder werden Jahr für Jahr aus Ost- und Südeuropa in die EU-Staaten verkauft - Unicef fordert mehr Hilfe

Köln - Im Zusammenhang mit der EU-Osterweiterung hat das UN-Kinderhilfswerk Unicef zu einem verstärkten Engagement gegen den Menschenhandel in Europa aufgerufen. Jedes Jahr werden geschätzt 120.000 Frauen und Kinder Jahr für Jahr aus Ost- und Südeuropa in die EU-Staaten verkauft, wie Unicef am Donnerstag in Köln mitteilte.

Es sei zu befürchten, dass die Menschenhändler nach der kommenden Osterweiterung verstärkt Schlupflöcher für die Ausdehnung ihrer Geschäfte fänden, hieß es. Minderjährige aus Ländern wie Moldawien und Rumänien würden in den Balkan sowie nach Tschechien, Polen und Westeuropa verschleppt. Dort würden sie zur Prostitution und zum organisierten Betteln gezwungen.

Die Organisation forderte unter anderem, die Hilfe für die Opfer müsste oberste Priorität haben: Sie dürften nicht als illegale Einwanderer kriminalisiert werden. Außerdem seien Aufklärungskampagnen in den Herkunftsländern der Opfer nötig, um das Problem zu lösen. (APA)

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