Streit um Werbewand vor dem Parlament

29. April 2004, 12:11
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Gewista sieht sich als "Bestbieter, wurde aber aus politischem Motiven übergangen" - Heimatwerbung: "Wir hatten das bessere Offert"

Um die Werbewand vor dem Wiener Parlament ist ein Rechtsstreit ausgebrochen. Wie bereits berichtet, zahlt die ÖVP-nahe Schaltagentur Heimatwerbung dem Parlament pro Jahr 100.000 Euro dafür, dass sie rund um die Baustelle bei der Parlamentsrampe werben darf.

Einstweilige Verfügung

Die als SPÖ-nahe geltende Gewista hat nun eine einstweilige Verfügung gegen die Aufstellung der Plakatwand beim Handelsgericht Wien erreicht. Begründung: Der Auftrag sei nicht ordnungsgemäß ausgeschrieben worden. Gewista war "Bestbieter, wurde aber aus politischem Motiven übergangen" (Gewista-Anwalt Georg Zanger). Als Beleg dafür verweist Zanger auf das Gutachten des ausführenden Architekten Herbert Beier, der das Gewista-Anbot wörtlich sowohl aus "finanzieller als auch als gestalterischer Sicht als das bessere" bewertet.

Heimatwerbung-Chef Ferdinand Ploner kontert: "Die Gewista ist offenbar ein schlechter Verlierer. Wir hatten das bessere Offert."

Gewista-Chef Karl Javurek wirft der Heimatwerbung im STANDARD-Gespräch sogar vor, das "viel schönere und innovativere" Gewista-Konzept übernommen zu haben, und zwar "eins zu eins".

Beide Parteien haben jedenfalls ihre Anwälte eingeschaltet - die umstrittene Plakatwand bleibt bis auf weiteres stehen. (to/DER STANDARD, Printausgabe, 9.4.2004)

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