Internet-Gebrauchtautos verstärkt nach Osteuropa

18. April 2004, 19:35
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Marktführer erwartet nach Erweiterung mehr Nachfrage

Wien - "Das wird explodieren", glaubt Markus Auferbauer, seit knapp vier Monaten neuer Chef der größten Gebrauchtwagenbörse Österreichs, Car4you. "Das" sind die Zugriffe von Autointeressenten aus den EU-Erweiterungsländern. "Derzeit liegt der Prozentsatz bei den Betrachtungen schon bei fünf Prozent", so Auferbauer weiter, "und die Quote steigt monatlich. Da gibt es eindeutig eine Art Gegenbewegung zu allen, die möglicherweise nach dem 1. Mai im Osten Autos kaufen wollen." Das doch breite Gebrauchtwagenangebot in Österreich sollte die heimischen Fahrzeughändler in Sachen Erweiterung wieder etwas beruhigen.

Auferbauer schätzt, dass derzeit zwischen 60.000 und 80.000 Angebote aus zweiter Hand bei den in Österreich basierenden Gebrauchtwagenbörsen eingestellt sind - zählt man die Mehrfachplatzierungen raus, könnten es etwa 55.000 Fahrzeugen entsprechen. Car4you sieht sich selbst mit 27.000 Angeboten als Marktführer vor Weltauto.at (der Börse des VW/Audi/ Skoda/Seat-Importeurs Porsche Austria) und cybasar.at (Chocolate Media). Bis Herbst hat sich Auferbauer 40.000 Angebote als Ziel gesetzt.

Wirbel um Privatinserenten

Dabei sollen 300 bis 400 von Privatanbietern kommen. Die Hereinnahme von Privatinserenten bei Car4you hat in der Autobranche für einigen Wirbel gesorgt. Der Grund: Die Plattform startete als händlerexklusives Medium, die Wirtschaftskammer hatte sogar Anteile. Mittlerweile gehört Car4you zu 100 Prozent dem Auslandsösterreicher Helmuth H. Lederer. Trotzdem gab die Kammer eine "offizielle Empfehlung" aus.

Aus Wirtschaftlichkeitsgründen wurde Car4you nun aber auch für Private geöffnet, was Händlerproteste hervorrief. Versuchen die Kammervertreter doch seit Jahren, das Verhältnis 50 zu 50 zwischen privatem und gewerblichen Geschäft bei den Gebrauchtwagenummeldungen in Richtung des Fachhandels zu bringen (bisher ohne merkbaren Effekt). Auferbauer bietet seinen Händlerpartnern nun als Zuckerl: "Carflash", eine E-Mail-Vorinfo an Händler darüber, welche Privatautos demnächst online gehen. Bei besonders interessanten Angeboten hat der Fachhandel somit einen Startvorteil beim Kaufen. (szem, Der Standard, Printausgabe, 09.04.2004)

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