UNO schickt Untersuchungskommission in den West-Sudan

14. April 2004, 12:14
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750.000 Flüchtlinge - Regierung gibt internationalem Druck nach und stimmt Waffenstillstand zu

N'Djamena/Nairobi - Kurz nach Beginn eines 45-tägigen Waffenstillstands im Westen des Sudan wollen die Vereinten Nationen jetzt eine Untersuchungskommission in das abgelegene Bürgerkriegsgebiet schicken. Der UNO-Beauftragte für humanitäre Hilfe, Jan Egeland, werde das Team leiten, sagte ein UNO-Sprecher am Montag in Nairobi. Egeland hatte der Regierung in Khartum erst kürzlich "ethnische Säuberungen" in der Darfur-Region vorgeworfen. Regierungsnahe arabische Milizen haben in den vergangenen Monaten etwa 750.000 schwarzafrikanische Einwohner der Region in die Flucht getrieben. Waffenstillstand

Khartum hatte sich nach massivem internationalen Druck in der vergangenen Woche mit den Darfur-Rebellen auf einen Waffenstillstand geeinigt, um Hilfsorganisationen den Zugang zu der Region zu ermöglichen. Der sudanesische Präsident Omar El Bashir beteuerte am Verhandlungsort in der Hauptstadt des Tschad, N'Djmanena, dass die Regierung sich an den Waffenstillstand halten wolle. In der Vergangenheit waren bereits mehrere Versuche gescheitert, die Kämpfe zu beenden.

Die Vereinten Nationen haben bereits ein Team in die Grenzregion geschickt, um den Vorwürfen massiver Menschenrechtsverletzungen nachzugehen. US-Präsident George W. Bush hatte die Situation in Darfur als eine der größten humanitären Katastrophen der Neuzeit bezeichnet.

Abkommen mit SPLA verschoben

Unterdessen sind die Verhandlungen zwischen der sudanesischen Regierung und den SPLA-Rebellen aus dem Süden des Landes erneut in eine Sackgasse geraten. Trotz wiederholter Ankündigungen eines wichtigen Abkommens zu Ostern haben sich beide Seiten bei den Verhandlungen im kenianischen Naivasha nicht einigen können. Das geplante Abkommen über die Verteilung von Posten in der neuen Regierung und über den Status mehrerer umstrittener Gebiete wurde auf einen unbestimmten Zeitpunkt verschoben. (APA/dpa)

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