Wolfgang Mantl - Mittler zwischen Wissenschaft und Politik

14. April 2004, 19:47
posten

Zum 65. Geburtstag des Präsidenten des Wissenschaftsrats

Graz - Seinen Ruf verdankt er nicht zuletzt seinem Bemühen, der empirischen Politikwissenschaft eine geistes-, kultur- und geschichtswissenschaftliche "unterlegte" Politikwissenschaft zur Seite zu stellen: Wolfgang Mantl, Ordinarius für Verfassungsrecht und Politikwissenschaften an der Universität Graz, ist 65.

Was aber machte den Forscher zu einem Mittler zwischen Wissenschaft und Politik? Als Verfassungsrechtler sieht Mantl im Recht kein geschlossenes System, in der Rechtswissenschaft keine "l'art pour l'art". Vielmehr richtet er sein Augenmerk auch auf das sozial-reale Umfeld des Rechtes, insbesondere die Politik.

Erkenntnisreiches Oeuvre

In der Zusammenschau von Recht und Politik entstand so ein umfang- und erkenntnisreiches Oeuvre, repräsentativ dafür ist der von ihm herausgegebene Sammelband "Politik in Österreich. Die Zweite Republik: Bestand und Wandel". Mantls Wissen und Erfahrung werden daher auch von der Politik nachgefragt, ein Umstand, der zu seiner Wahl zum Präsidenten des Wissenschaftsrates geführt hat.

Wolfgang Mantl ist ein Polyhistor, besonders wenn es um Kultur, Geschichte und Kunst geht, einer, der die Dimensionen des Menschseins - rational, emotional, spirituell - ohne Aufhebens und ganzheitlich zu leben versucht. Verwurzelt in konservativen Werten, in Traditionen des Bürgertums und im Katholizismus, zeigt sich Mantl dennoch offen für das Neue, Fremde, Anderssein. (Christian Brünner/DER STANDARD, Printausgabe, 9.4.2004)

Christian Brünner ist Professor am Inst. f. Österreichisches, Europäisches und Vergleichendes Öffentliches Recht der Karl-Franzens-Uni Graz.
  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.