Neue Gewalt in Kaschmir: Mindestens 18 Tote und 76 Verletzte

11. April 2004, 11:20
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Mutmaßliche muslimische Separatisten werfen Granate bei Wahlveranstaltung der regierenden indischen Partei - Auch Parteichef unter Verletzten

Srinagar - Bei einer neuen Welle der Gewalt im indischen Teil Kaschmirs sind mindestens 18 Menschen getötet und 76 weitere verletzt worden. Mindestens vier Zivilisten starben, als mutmaßliche muslimische Separatisten am Donnerstag bei einer Wahlveranstaltung der regierenden Demokratischen Volkspartei in der Stadt Uri eine Granate in die Menge warfen. Augenzeugen berichteten, 58 Menschen seien verletzt worden, darunter auch der Parteipräsident und zwei Minister der Regierung des Teilstaats.

An der Demarkationslinie zum pakistanischen Teil der Unruheregion erschossen Soldaten nach Armeeangaben fünf hochrangige Funktionäre der muslimischen Separatistengruppe Jaish-e-Mohammad. Die Armee sprach von einem großen Erfolg. Bei weiteren Zusammenstößen von Separatisten und Soldaten starben vier Rebellen und vier Soldaten. 17 Soldaten wurden verletzt. Separatisten töteten außerdem einen angeblichen Polizei-Informanten und verwundeten einen Zivilisten.

Im indischen Teil von Kaschmir kämpfen zahlreiche islamische Untergrundgruppen für die Unabhängigkeit oder die Angliederung der Himalaya-Region mit moslemischer Mehrheitsbevölkerung an Pakistan. Pakistan und Indien haben seit ihrer Unabhängigkeit von britischer Kolonialherrschaft 1947 drei Kriege gegeneinander geführt, zwei davon um die geteilte Unruheregion. Seit einem Jahr bemühen sich die beiden Atommächte um eine Entspannung des Verhältnisses. Sie haben inzwischen Friedensgespräche aufgenommen, bei denen auch eine Lösung für Kaschmir gefunden werden soll. (APA/dpa)

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