BA-CA will mehr Präsenz in Rumänien

20. April 2004, 11:40
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Laut Randa erstmals Interesse an weiterem Privatisierungs­kandidaten CEC-Sparkasse geäußert - Verkauf der Tiriac-Bank abgeblasen

Wien - Die Bank Austria Creditanstalt (BA-CA), Tochter der Münchner HypoVereinsbank (HVB), plant seit längerem größere Akquisitionen in Rumänien. HVB-Vorstand und BA-CA-Aufsichtsratspräsident Gerhard Randa hat nun nicht nur bekräftigt, dass die BA-CA am Einstieg bei der größten Bank Rumäniens, der BCR, interessiert ist. Erstmals hat er auch Interesse an der rumänischen Sparkasse CEC geäußert, wenn diese in absehbarer Zeit auf den Markt kommt. Nicht mehr zum Verkauf steht seit neuestem die Tiriac-Bank.

Präsenz ausbauen

"Wir wollen unsere Präsenz in Rumänien ausbauen. Die Banca Comerciala Romana (BCR) ist sicher ein sehr interessanter Kandidat, den wir uns anschauen werden. Das gleiche gilt für die rumänische Sparkasse CEC, die ebenfalls bald privatisiert werden könnte", sagte Randa im "Format".

An der größten Bank Rumäniens, der BCR (mehr als 10.000 Mitarbeiter, 4,2 Mrd. Euro Bilanzsumme, gut 30 Prozent Marktanteil) hatte die BA-CA bereits mehrfach Interesse geäußert. Der rumänische Staat hat nach zwei gescheiterten Privatisierungsversuchen jetzt den Startschuss zum weiteren Rückzug aus der Handelsbank BCR gegeben. Die BA-CA hatte 2002 für die rumänische Handelsbank Banca Comerciala Romana schon einmal geboten, damals gemeinsam mit der ungarischen OTP Bank, das Modell wurde aber verworfen. Der rumänische Premierminister hatte nach Agenturberichten aus Bukarest Anfang März angekündigt, dass der Staat bis Ende des laufenden Jahres 2004 ein Viertel der Bank verkaufen will.

Erste auch an CEC interessiert

Die rumänische Sparkasse CEC (Casa de Economii si Consemnatiuni) kommt nach BA-CA-Informationen aktuell auf 8 Prozent Marktanteil. Sie dürfte erst etwas später privatisiert werden. Die CEC ist wie berichtet auch der Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen ins Auge gestochen, weil sie eine "klassische Retailbank" sei, wie Erste-Vorstand Reinhard Ortner im Dezember fest gehalten hatte, die nach Erste-Schätzungen aber sicher in den nächsten zwei bis drei Jahren nicht zur Privatisierung anstehen dürfte.

In Rumänien waren vor Monaten auch die verkaufswilligen Eigentümer der Banca Comerciala Ion Tiriac (BCT) an die BA-CA herangetreten. Die BA-CA hat sich dafür schon Ende des Vorjahres das Informationsmemorandum abgeholt. Der Verkauf der Bank wurde nun Anfang April abgeblasen. Ion Tiriac hat letzte Woche in einer Pressekonferenz in Bukarest bekannt gegeben, dass er die Bank jetzt nicht verkaufen werde. "Wir haben das schon vermutet", sagte BA-CA-Sprecherin Ildiko Füredi am Donnerstag zur APA. Und man nehme dies zur Kenntnis. (APA)

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