Eishockey: Prestigeduell gegen Deutschland

10. April 2004, 17:52
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Startschuss zur Vorbereitung auf WM in Tschechien am Samstag - WM-Teilnahme von Divis, Brandner, Unterluggauer ungewiss

Wien - Mit dem Länderspiel gegen Deutschland am Samstag (15:30, live TW1 und DSF) in der Wiener Albert Schultz-Halle beginnt für das österreichische Eishockey-Nationalteam die heiße Phase der Vorbereitung für die WM von 24. April bis 9. Mai in Tschechien. Noch ohne die Spieler der beiden Liga-Finalisten KAC und VSV sowie die Legionäre aus Amerika (Pöck, Vanek, Brückler) und Skandinavien (Kalt, Setzinger) geht es für einige Spieler noch um einen Platz im Kader für die WM, bei der in Prag in der Gruppe D Frankreich (24.), Weltmeister Kanada (25.) und die Schweiz (27.) die Gegner sind.

Gradmesser für Spieler

"Deutschland gehört zu den Top-Acht-Nationen. Gegen so eine A-Nation werden wir sehen, welche Spieler mithalten können, es ist ein Gradmesser für die österreichischen Spitzenspieler und Hoffnungsträger", erklärte Teamchef Herbert Pöck. Dass sie dem DEB-Team durchaus Paroli bieten können, haben die Österreicher erst im Februar bewiesen, als mit einem 2:0-Sieg in Bad Tölz die zehn Jahre währende Sieglosigkeit im Prestigeduell beendet wurde. "Das war ein tolles Spiel, das beste Spiel, das ich mitgemacht habe. Das war kein Sieg mit Glück", sagt Pöck.

"Im Konter sind sie stark"

Pöck will aber auch sehen, "wie gut die österreichische Liga wirklich ist". Der Unterschied zur DEL ist nicht sehr groß, glaubt Matthias Trattnig. "Vom Tempo her ist kein großer Unterschied, körperlich ist es in Deutschland aber stärker", meint der Legionär der Kassel Huskies. "Wir müssen defensiv diszipliniert spielen. Auf keinen Fall nur nach vorne laufen, weil im Konter sind sie stark. Wenn sie das Spiel machen müssen, eher nicht", so Trattnig.

Pöck: "Freifahrtsscheine gibt es nicht"

Der 24-Jährige hat sein WM-Ticket fix, auch wenn laut Pöck noch rund zehn Spieler nachkommen werden. Für die Retourspiele in Deutschland am 15.4. (19:30) in Ravensburg und am 17. April (15:30) in Heilbronn wird das ÖEHV-Team schon ziemlich WM-Format haben. Mit dabei wird dann auch NHL-Spieler und Teamchef-Sohn Thomas Pöck (New York Rangers) und die College-Spieler Thomas Vanek und Bernd Brückler sein. "Sie bekommen volle Unterstützung und Chance, dabei zu sein. Sie müssen aber zeigen, dass sie es sich verdient haben. Freifahrtsscheine gibt es nicht", erklärte Pöck mit Blick auf Torhüter Brückler, der erst zwei Länderspiele absolviert hat, und Team-Debütant Vanek.

Drei Fragezeichen

Ob Torhüter Reinhard Divis von den St. Louis Blues (NHL) und Stürmer Christoph Brandner von den Houston Aeros (AHL) für die WM zur Verfügung stehen, wird sich erst zeigen. Houston benötigt noch einen Sieg, um in die Playoff-Qualifikation (best of three) zu kommen und würde im Viertelfinale auf Division-Sieger Milwaukee treffen. Die Blues bekommen es im NHL-Playoff mit den San Jose Sharks zu tun. Sollte St. Louis ausscheiden, würde sich dann die Frage nach der Versicherung stellen. Ziehen die Blues die bis 15. Mai laufende Option auf Divis erst spät, müsste der Keeper vom Verband versichert werden. "Daran wird es nicht scheitern", erklärte ÖEHV-Präsident Dieter Kalt. Fraglich ist auch die WM-Teilnahme von Gerhard Unterluggauer, der an Ganglien unter einer Sehne der linken Hand laboriert.

WM-Ziel: Viertelfinale

Österreichs Team, das bei der WM in Prag und 2005 in Österreich (Wien, Innsbruck) von Liga-Sponsor Erste Bank unterstützt wird, hat sich in Tschechien einen Platz im Viertelfinale zum Ziel gesetzt. Mit der direkten Qualifikation für Olympia 2006 in Turin würde das aber wohl auch nicht reichen, da erstmals die Platzierung der Weltrangliste herangezogen wird. Die ersten Acht sind - so wie Gastgeber Italien - fix, Österreich liegt derzeit auf Rang zwölf und damit praktisch außer Reichweite. Bei einem Qualifikationsturnier im Februar 2005, für das sich Österreich als Veranstalter bewerben würde, könnte das Ticket aber gelöst werden. (APA)

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