EM.TV auch 2003 in tiefroten Zahlen

18. April 2004, 10:46
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Jahresfehlbetrag verringerte sich aber von 310 auf 130 Millionen Euro - Vorstandschef Klatten bleibt bis Ende 2007

Die krisengeschüttelte deutsche Medienfirma EM.TV hat 2003 erneut hohe, wenn auch verringerte Verluste gemacht. Der Jahresfehlbetrag nach Anteilen anderer Gesellschafter belief sich auf rund 130 Mio. Euro nach einem Minus von gut 310 Mio. Euro im Jahr zuvor, teilte die EM.TV & Merchandising AG am Mittwoch in München mit. EM.TV-Chef Werner Klatten bleibt unterdessen für weitere drei Jahre Vorstandsvorsitzender des Unternehmens. Der Aufsichtsrat verlängerte seinen Vertrag bis 31. Dezember 2007.

Neuanfang

EM.TV versucht derzeit einen Neuanfang. Erst vor kurzem hatten die Gläubiger einer Wandelanleihe über 469 Millionen Euro dem Filmrechtehändler seine Schulden erlassen. Sie erhalten dafür die Mehrheit an einer neuen EM.TV AG.

Prognose

An seiner zuletzt geäußerten Prognose für das laufende Jahr hält Klatten fest und rechnet für die beiden Segmente Jugend- und Sportfernsehen in diesem Jahr unter dem Strich mit schwarzen Zahlen. Ein positives Konzernergebnis nach Steuern sei aber weiterhin erst für 2005 zu erwarten.

Umsatzanstieg

Den Umsatzanstieg um acht Prozent auf 270 Mio. Euro im vergangenen Jahr führte das Unternehmen vor allem auf das Segment Sport zurück. EM.TV hatte im vergangenen Jahr gemeinsam mit KarstadtQuelle und einem Schweizer Geschäftsmann neben dem Deutschen Sportfernsehen DSF auch die Internetplattform Sport 1 übernommen. Hinzu kam das Technikunternehmen Plazamedia als 100-prozentige Tochter von EM.TV. Dadurch seien die Umsatzausfälle durch den Verkauf des Muppetshow- Produzenten Jim Henson mehr als ausgeglichen worden, hieß es.

Sonderbelastungen

Das Ergebnis sei wie bereits in den Vorjahren von einer Reihe von Sonderbelastungen wie außerplanmäßigen Abschreibungen auf das Filmvermögen sowie Einmalaufwendungen für die Restrukturierung geprägt gewesen. Auch vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen rutschte das Unternehmen in die roten Zahlen und verbuchte einen Verlust von 11,7 Mio. (Vorjahr: plus 8,4 Mio) Euro.

"Sanierung gelungen"

Das vergangene Jahr sei für EM.TV erfolgreich verlaufen, sagte Klatten. "Zwar mussten wir einem unverändert schwachen Marktumfeld trotzen und erneut signifikante außerordentliche Belastungen verkraften, entscheidend ist aber, dass die Sanierung von EM.TV letztlich gelungen ist." Bis vor kurzem war Klatten auch größter Einzelaktionär des Unternehmens. Seine Anteile gingen aber an eine Wagniskapitalgesellschaft, die ihm das Geld für den Einstieg im Rahmen eines Wandeldarlehens geliehen hatte. (APA/dpa)

http://www.em-ag.de
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