Deutsche Hilfsorganisationen erwägen vollständigen Rückzug

9. April 2004, 17:03
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Explodierende Gewalt macht humanitäre Hilfe unmöglich

Köln - Die in der "Aktion Deutschland hilft" (ADH) zusammengeschlossenen Hilfsorganisationen prüfen den Rückzug aus dem Irak. "Durch die rasante Eskalation in den letzten zwei Tagen sind wir hoch besorgt über die Bedingungen, unter denen unsere Helfer zur Zeit im Irak arbeiten müssen", erklärte der Sprecher des Bündnisses, Hartmut Wilfert, am Donnerstag in Köln. Einige der Gruppen hätten ihre Hilfsmaßnahmen bereits stark eingeschränkt oder ganz beendet, in einigen Regionen bestehe für Helfer zudem striktes Ausgehverbot. "Wir können heute nicht mehr ausschließen, dass das Gros der deutschen Hilfsorganisationen wegen der explodierenden Gewalt sich aus der humanitären Hilfe im Irak zeitweise vollständig zurückzieht", erklärte Wilfert.

Dachorganisation

In der "Aktion Deutschland hilft" sind unter anderem Malteser Hilfsdienst, Johanniter, Arbeiter-Samariter-Bund, Arbeiterwohlfahrt und World Vision zusammen geschlossen. Zu ihren Aufgaben im Irak zählt die medizinische Versorgung, Kampfmittelräumung und Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln. Aus Sicherheitsgründen machen die Organisationen keine genaueren Angaben zu den Standorten ihrer Projekte. (APA)

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