Rekordwinter trotz Fernreiseboom

20. April 2004, 13:45
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Heimische Tourismus­wirtschaft wird nach den Osterskitagen voraussichtlich über eine Rekordsaison jubeln dürfen

Wien/Innsbruck/Salzburg - Plus neun Prozent bei den Nächtigungen im Februar in Salzburg, fast zehn Prozent in Tirol: Die sensationelle Schneelage vor etwas mehr als einem Monat schlägt sich nun in den Statistiken nieder. "Der März ist aufgrund der Ferienverlagerung zwar etwas schwächer als im Vorjahr", gibt Josef Margreiter, Chef der Tirol-Werbung, zu, aber der Superfebruar - mit dem Saisonhöhepunkt im Fasching und einem Schalttag - habe die Saison wieder in Richtung "Rekordwinter" getrieben, "und das nach dem Jahrhundertwinter im Vorjahr", so Margreiter.

Die Hoteliers teilen die Ansichten: Die erste Hälfte der Osterwoche sei zwar wegen der Nachrichten über Regenwetter "unter den Erwartungen geblieben", aber das Osterwochenende habe freie Betten vor allem in den Skigebieten zur Mangelware gemacht, so der Präsident der Österreichischen Hoteliervereinigung, Sepp Schellhorn, am Donnerstag. Im Vorjahr hatten durch den späten Ostertermin viele vor allem niedrig gelegene Skigebiete bzw. Hotels bereits geschlossen.

Kurzfristige Buchungen

DER STANDARD erreichte Schellhorn beim Skifahren auf der Piste, außer Atem beteuerte er, die Schneelage in den Skigebieten sei nunmehr "perfekt". Was ihm aber aufgefallen sei, ist, dass die Zahl der gebuchten Tage immer weniger werde, auch die Kurzfristigkeit der Buchungen nehme weiter zu. Dieser Trend zum schnellen Entschluss habe aber auch die Buchungslage zu Ostern verbessert, davon ist auch Margreiter überzeugt.

Auch die Statistik Austria stützt den Optimismus der Touristiker. Die laufende Wintersaison - diese umfasst die Monate November bis April 2004 - dürfte ein Rekordergebnis bringen, die Staatsstatistiker gehen von einem Nächtigungszuwachs von zwei bis drei Prozent gegenüber der vorangegangenen Saison aus. Auch die Österreich Werbung sprach zuletzt von drei bis vier Prozent Zuwachs.

Doppelboom

Interessant ist, dass der Skiurlaub boomt, während gleichzeitig die Nachfrage nach Flugreisen auch zunimmt. "Wir bemerken diesen Trend seit Jänner", sagt Andreas Zenker, Sprecher des Österreichischen Verkehrsbüros, auf Anfrage des STANDARD. Der Marktführer unter den heimischen Reisebüros verzeichnete in seinen 120 Filialen bei Ferienflügen - Mittel-und Landstrecke - bisher ein Plus von acht Prozent über dem Vorjahr. "Herausragend" sei dabei Ägypten, mit Zuwachsraten von 75 Prozent. Am besten gebucht seien wie immer Italien, Griechenland und Spanien. Bei Städtereisen werden neben den Klassikern Rom und Paris verstärkt auch die neuen EU-Städte wie Prag, Budapest oder der "Geheimtipp Baltikum", also Riga, Vilnius und Tallinn, besucht.

Die Terroranschläge vom 11. März in Madrid hätte auf das Verhalten der Spanienreisenden "bisher null Auswirkung" gehabt, so der Verkehrsbürosprecher. (Leo Szemeliker, Der Standard, Printausgabe, 09.04.2004)

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    Die Pisten und die Après-Betriebe in Österreich waren in der heurigen Skisaison wieder dermaßen voll, dass nach Abschluss der Saison voraussichtlich wieder ein Rekord herausschauen wird - trotz Zuwächsen auch bei den Fernreisen

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