Neue Fassung für alte Steine

14. April 2004, 13:51
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Das Grazer Schloss Eggenberg hat seine Römerstein-Sammlung neu errichtet

Graz - Im steirische Landesmuseum Joanneum wird ab dem 17. April die Römerstein-Sammlung des Museums in einem Neubau gezeigt und die provinzialrömische Sammlung im Schloss Eggenberg in Neuaufstellung präsentiert. In dem vom Grazer Architektenteam "purpur" konzipierten Gebäude im Park des Schlosses Eggenberg in Graz werden rund 100 ausgesuchte römische Steindenkmäler und drei Bodenmosaike zu sehen sein.

Die provinzialrömische Sammlung des Landesmuseum Joanneum gehört zu den größten und bedeutendsten in Österreich. Das liegt nicht nur an der frühen Gründung des Museums im Jahr 1811, sondern auch daran, dass drei wichtige römische Städte auf steirischem Boden lagen und so auch vom Landesmuseum archäologisch betreut wurden: Celeia und Poetovia (heute Celje und Ptuj in Slowenien) und Flavia Solva im südsteirischen Wagna bei Leibnitz bildeten schon in der Antike einen gemeinsamen Kulturraum, wovon die Sammlung Zeugnis ablegt.

Gebäude mit strengen Formen

Einzelne Schwerpunkte der Römersteinsammlung (Lapidarium) konnten in der Vergangenheit auf Grund fehlender Räumlichkeiten nur zu einem kleinen Teil gezeigt werden. Nach beinahe 200 Jahren bekommt der Bestand nun eine neue Hülle. Das von den Grazer Architektengruppe "purpur" (Christian Toedtling, Thomas Laengauer, Alfred Boric und Alexander Loebell) entworfene Gebäude stellt in seinen klaren, strengen Formen die Exponate in den Vordergrund.

96 Steine - Inschriften, Reliefs und Rundskulpturen - sowie drei Bodenmosaike wurden für die aktuelle Präsentation aus dem reichen Sammlungsbestand ausgewählt und zu inhaltlichen Gruppen zusammengefasst: Neben mehreren Grabsteinen und archäologisch bedeutenden Werken provinzialrömischer Plastik erwartet die Besucher auch eine fast drei Meter hohe Grabstele des L. Cantius: Sie ist bekannt als einer der größten und schönsten Römersteine in Österreich.

Im Zuge der Neupräsentation einzelner Sammlungsbereiche im Lapidarium erfuhr auch die provinzialrömische Sammlung, die im Schlosstrakt untergebracht ist, eine Neugestaltung. Sie legt großen Wert auf die historische Entwicklung im norisch-pannonischen Grenzraum zwischen Poetovio und Flavia Solva in römischer Zeit. Mit der Dokumentation wesentlicher Lebensbereiche - vom Alltag über Kunst bis zur Religion - wird ein Bild von über vierhundert Jahren Kultur und Geschichte des Landes vermittelt. (APA)

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