Ölbergszene fristgerecht montiert

13. April 2004, 12:04
posten

Zwei Tonnen schweres spätgotisches Relief nach Restaurierung wieder am Eisenstädter Dom

Eisenstadt - Nach einjährigen Restaurierungsarbeiten in den Werkstätten des Bundesdenkmalamtes ziert ein monumentales, spätgotisches Ölbergrelief nun wieder den Eisenstädter Dom.

Die um 1500 entstandene Darstellung ist aus einem zwei Tonnen schweren Sandsteinblock in einem Stück gemeißelt und zeigt in einer plastischen Felsenlandschaft Christus am Ölberg mit den schlafenden Jüngern und den im Hintergrund sich zur Gefangennahme nähernden Soldaten. Der Arbeitsaufwand für die Restaurierung des Kunstwerkes betrug laut Bundesdenkmalamt (BDA) rund 1.300 Stunden. Die Kosten von etwa 50.000 Euro wurden von der Diözese Eisenstadt und dem BDA übernommen.

Violett und Gelb

In der Spätgotik waren monumentale Ölberggruppen ein beliebtes Motiv in der Nähe von Kirchenportalen. Die Wirkung der Darstellung wurde noch durch die bunte Farbigkeit gesteigert. Durch frühere Übermalungen war die Oberfläche lange geschützt, doch mit zunehmender Verwitterung und Vernachlässigung entstanden immer mehr Schäden.

Da in Eisenstadt die Verglasung der Nische wie bei der Michaelerkirche in Wien nicht möglich war, wurde eine Neuaufstellung ins Innere beschlossen. Über die bloße Steinkonservierung hinaus wurde jetzt erstmals auch die historische Farbgestaltung genau analysiert, systematisch konserviert und soweit als möglich der spätgotische Bestand der Farbfassung freigelegt. Die neu gewonnene historische Farbigkeit verstärkt auch die inhaltliche Aussage: Das violette Kleid Christi und das gelbe Gewand seines Verräters Judas im Hintergrund bilden einen für die Farbsprache der Spätgotik eindeutigen Gut-Böse-Kontrast. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Ölberggipfel, nun wieder im Eisenstaedter Dom

Share if you care.