Umfrage: Kärnten-Debatte lässt Vertrauen in Gusenbauer sinken

12. April 2004, 14:42
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Präsidentschaftskandidaten Fischer vor Ferrero-Waldner an der Spitze - Strasser als Gewinner des vergangenen Quartals

Wien - SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer und Finanzminister Karl-Heinz Grasser sind im ersten Quartal dieses Jahres die "Verlierer" des APA/OGM-Vertrauensindex. "Die Kärntner Koalitionsdebatte und die Diskussion über den Parteivorsitz haben Gusenbauer stark geschadet", kommentiert OGM-Politologe Peter Hajek dieses Ergebnis. Angeführt wird das aktuelle Ranking (500 Telefoninterviews, 5. April) nach wie vor vom SPÖ-Präsidentschaftskandidaten Heinz Fischer mit klarem Vorsprung vor seiner ÖVP-Gegnerin Benita Ferrero-Waldner.

"Vertrauen Sie xy oder vertrauen sie xy nicht oder kennen Sie xy nicht", lautet die Frage von OGM. Aus den beiden Werten wird dann der Saldo gebildet, der für das Ranking herangezogen wird.

Fischer vor Ferrero-Waldner

Mit 42 Punkten in Führung liegt dabei Fischer, gefolgt von Ferrero-Waldner mit 31 und Bundespräsident Thomas Klestil mit 26 Punkten. Zum amtierenden Staatsoberhaupt aufschließen konnte seit der bisher letzten Umfrage im Dezember Grünen-Chef Alexander Van der Bellen. Deutlich im Plus liegen auch Landwirtschafts- und Umweltminister Josef Pröll (V), Vizekanzler Hubert Gorbach (F) sowie Innenminister Ernst Strasser (V).

Strasser als Gewinner

Der Innenminister ist mit einem Plus von acht Punkten auch der Gewinner des vergangenen Quartals, gefolgt von von Nationalratspräsident Andreas Khol und Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (beide V) mit einem Zuwachs von jeweils sieben Punkten. "Strasser konnte die Verluste aus dem Vorjahr wieder wett machen und hat sich in der Terrordebatte als Sicherheitsfaktor eingebracht", so Hajek. Allerdings: "Man darf gespannt sein, wie sich die neu entfachte Asyldebatte auswirkt." Weiter zulegen konnte auch Gorbach.

Minus 15 für Gusenbauer

Am negative Ende der Vertrauensskala stehen mit dem dritten Nationalratspräsidenten Thomas Prinzhorn (minus 36), Klubchef Herbert Scheibner (minus 17) und Sozialminister Herbert Haupt (minus 17) drei freiheitliche Politiker. Haupt hat gegenüber dem Dezember allerdings um fünf Punkte zugelegt, Prinzhorn und Scheibner haben ebenso viel verloren. Mit minus 15 nur knapp vor dem freiheitlichen Trio platziert ist SPÖ-Vorsitzender Gusenbauer.

Grasser sackt ab

Wenig gute Nachrichten bietet der Vertrauensindex auch für Karl-Heinz Grasser, der im Vergleich zum Dezember sieben Punkte verloren hat. Vor einem Jahr noch im Spitzenfeld platziert, ist er Stück für Stück abgerutscht und kommt jetzt gerade noch auf einen Wert von plus eins. Hajeks Erklärung: "Der Finanzminister kommt nur noch mit Negativthemen wie der Homepage in die Medien."

Schüssel bleibt gleich

Gegenüber dem Dezember nicht verändert hat sich mit minus fünf der Wert für Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V). (APA)

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