Trittbrettfahren im "Dali-Jahr"

14. April 2004, 13:51
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Psychoanalytiker untersuchte den spanischen Surrealisten posthum: "Wahnsinn zeigte sein verborgenes Antlitz"

Madrid - Der populäre Surrealist Salvador Dali (1904-1989) wäre am 11. Mai 100 Jahre alt geworden. Ihm zu Ehren hat Spanien 2004 zum "Dali-Jahr" mit zahlreichen Ausstellungen erklärt - was auch Trittbrettfahrer anlockt:

"Dali wusste, dass er verrückt war, es ist ihm aber gelungen, die Geisteskrankheit zu überspielen", sagte der Psychoanalytiker und Buchautor Luis Salvador Lopez Herrero am Donnerstag in Madrid. Dabei habe ihm zum einen seine Arbeit und die Liebe zu seiner Frau Gala geholfen, zum anderen die Kunstfigur des "göttlichen Dalis", die er für die Außenwelt geschaffen habe.

Erst nach dem Tod seiner Frau und dem Rückzug aus der Öffentlichkeit "zeigte der Wahnsinn sein verborgenes Antlitz", sagte Lopez Herrero, der in "Das verborgene Gesicht Salvador Dalis" eine posthume Psychoanalyse anstellt.

Ausgangspunkt der Forschungen war eine persönliche Begegnung des Psychoanalytikers mit dem katalanischen Künstler 1978. Damals zeigte sich Lopez Herrero laut seinen jetzigen Erinnerungen verwundert darüber, wie sehr sich das öffentliche Bild vom in Wirklichkeit "schwachen" Dali unterschied. (APA/dpa/red)

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