Hintergrund: Sechs Präsidentschafts­kandidaten

12. April 2004, 15:49
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Bouteflika und Ex-Premier Benflis mit größten Chancen

Algier - Überschattet von Betrugs- und Putschgerüchten wird in Algerien am Donnerstag ein neuer Präsident gewählt. Mehrere Boulevardzeitungen berichteten am Mittwoch, Amtsinhaber Abdelaziz Bouteflika wolle das Wahlergebnis fälschen und sich bereits in der ersten Runde zum Sieger erklären. Insgesamt stellen sich sechs Kandidaten zur Wahl, darunter erstmals auch eine Frau.

Herausforderer Benflis

Als aussichtsreichster Kandidat gilt neben Bouteflika dessen früherer Regierungschef und Chef der ehemaligen Einheitspartei FLN, Ali Benflis. Trotz Zweifen am demokratischen Willen Bouteflikas wollen viele Wähler ihrem Präsidenten eine zweite Chance geben. Hoch angerechnet wird ihm, dass die islamistische Gewalt in den vergangenen Jahren stark zurückging.

Die weiteren Kandidaten sind Abdallah Djaballah von der Islamistenpartei Islah, der Berber-Führer Said Sadi (RCD), Fawzi Rebaine von der nationalistischen Ahd 58 sowie als erste Frau die Trotzkistin Louisa Hanoun. Drei Kandidaten wurden abgelehnt, weil sie nicht die erforderliche Zahl von 75.000 behördlich akzeptierten Unterschriften vorgelegt hätten. (APA)

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