Forscher fanden auf Zypern 9.500 Jahre altes Grab mit Katzenskelett neben Menschenleiche
London/Zypern - Mensch und Katze haben sich bereits vor
9.500 Jahren angefreundet. Das schließen Forscher aus einem Grab auf
Zypern, in dem die Skelette eines Menschen und einer Katze in einem
Abstand von vierzig Zentimetern symmetrisch zueinander lagen. "Der Fund
lässt auf eine enge Beziehung zu Lebzeiten schließen", erläuterte der
Studienautor des Naturhistorischen Museums in Paris Jean-Denis Vigne.
Er präsentierte die Skelette in der Fachzeitschrift "Science" am Freitag.
Gezielt zu den Toten gelegt
Die Nubische Falbkatze (Felis silvestris libyca) wurde den
Wissenschaftern zufolge gezielt zu dem Toten gelegt. Die Art gilt als
Ahne der heutigen Hauskatzen. Obwohl das Tier keine offensichtlichen
Verletzungen aufweist, könnte es nach Vermutung der Forscher getötet
worden sein, um es gemeinsam mit seinem Besitzer zu begraben.
Reiche
Opfergaben wie Meermuscheln, Schmuck und Werkzeug, die dem Toten
beilagen, zeugen von einem hohen Sozialstatus. Das Begräbnis beweise,
dass das Verhältnis zwischen Mensch und Katze damals nicht nur auf
materiellem Nutzen, sondern auch auf geistiger Ebene basierte.
Nur mit Hilfe des Menschen
Es war schon lange bekannt, dass Katzen nur mit Hilfe des Menschen
auf die Insel gelangt waren. Bisher war unklar, ob es sich dabei um
zahme oder wilde Tiere handelte. "Nun wissen wir, dass diese Katzen
mit dem Menschen verbunden waren", sagte Vigne. Das Forscherteam
hatte das Grab in Shillourokambos entdeckt, einem großen
jungzeitlichen Dorf, das zwischen 8.300 und 7.000 vor Christus
bewohnt war. Bisher galten die Alten Ägypter als erste, die Katzen
vor etwa 4.000 Jahren zähmten und als Haustiere hielten. (APA)