OMV verkauft Ölfeld in Venezuela

14. April 2004, 11:00
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90-prozentiger OMV-Anteil am Cabimas Ölfeld geht an Partner PTS

Wien - Der börsenotierte österreichische Energiekonzern OMV hat am Mittwoch den Verkauf eines zu 90 Prozent gehaltenen Ölfelds in Venezuela fixiert, teilte die OMV am Donnerstag mit. Es handelt sich um das Cabimas Ölfeld, Käufer ist die Petroleum Technical Services Corporation (PTS), die indirekt bereits an den restlichen 10 Prozent beteiligt ist. Das venezolanische Ölfeld war im vergangenen Jahr bei der Übernahme der Explorations- und Produktionssparte der Preussag an die OMV gegangen. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden, die venezolanische staatliche Ölgesellschaft PDVSA müsse dem Deal noch zustimmen, hieß es.

Der Verkauf des Ölfelds war von Beobachtern bereits seit längerer Zeit erwartet worden. Lateinamerika zähle nicht zu den fünf Kernregionen der OMV, betonte das Unternehmen am Donnerstag in seiner Aussendung.

Cabimas mit 5.700 Barrel Tagesproduktion

Die OMV ist gegenwärtig Betriebsführer für das am Ostufer des Maracaibo-Sees gelegene Cabimas-Feld und produzierte dort zuletzt 5.700 Barrel pro Tag. Dies entspricht weniger als fünf Prozent der durchschnittlichen OMV-Tagesproduktion 2003 (120.000 boe/"Barrel Öläquivalente"). Zu dem von der Preussag erworbenen Portfolio gehört auch ein 30-prozentiger Anteil am Boqueron Ölfeld in Ost-Venezuela, dort ist die OMV aber nicht Betriebsführer.

"Der Verkauf von Cabimas ist Teil der OMV Strategie, ihre E&P-Aktivitäten auf fünf Kernregionen, den Donau/Adria Raum, Nordafrika, die britische Nordsee, den Mittleren Osten und Australien/Neuseeland zu konzentrieren", erklärt das Unternehmen in seiner Pressemitteilung.

Rückzug aus Lateinamerika

Neben Boqueron produzieren die OMV in Südamerika noch in Ekuador, beide Aktivitäten sollen bei passender Gelegenheit abgegeben werden, wurde am Donnerstag gegenüber bekräftigt. Das Closing für den Cabimas-Verkauf soll noch heuer über die Bühne gehen.

Derzeit unterhält die OMV Explorations- und Produktionsaktivitäten (E&P) in 16 Ländern der Welt. 2003 förderte die OMV rund 28 Mio. Barrel Erdöl und NGL (Natural Gas Liquids) sowie rund 2,44 Mrd. Kubikmeter Erdgas. Die produzierten Mengen stammten zu zwei Drittel aus Großbritannien, Libyen, Tunesien, Australien, Neuseeland, Pakistan, Venezuela, Ekuador und Katar, ein Drittel wurde in Österreich produziert. Bis 2008 plant die OMV, ihre tägliche Fördermenge auf 160.000 Barrel Öläquivalent zu steigern. (APA)

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