Regierungsrat verhandelt mit Schiitenführer Muktada al Sadr

9. April 2004, 17:03
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Spanische Regierung dementiert Berichte über Geiselnahme von Soldaten

Bagdad - Der von den USA eingesetzte irakische Regierungsrat verhandelt nach Angaben seines Mitglieds Adnan Pachachi derzeit mit dem radikalen Schiitenführer Muktada (Moktada) al Sadr über dessen Aufgabe und ein Ende des Aufstands gegen die Besatzungsmächte. "Es gibt Diskussionen mit Muktada al Sadr, damit dieser den Aufstand beendet und sich der Justiz stellt, und wir bemühen uns, seine Ehre und seine Sicherheit zu wahren", sagte Pachachi am Donnerstag dem arabischen TV-Nachrichtensender Jazeera. US-Statthalter Paul Bremer hatte Sadr zuvor zum "Gesetzlosen" erklärt.

Seit Anfang der Woche liefern sich Anhänger Muktada al Sadrs heftige Kämpfe mit den Koalitionstruppen. Ein irakischer Richter hatte wegen "Aufstachelung zum Mord" einen Haftbefehl gegen Sadr erlassen. Dabei geht es um die Ermordung eines schiitischen Geistlichen im April 2003 in Najaf.

Als Reaktion auf die schweren Unruhen in Irak wollen die USA ihre Truppen vorübergehend aufstocken. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld räumte ein "ernstes Problem" im Irak ein und kündigte an, dass Soldaten, die eigentlich in diesem Frühjahr in die USA hätten heimkehren sollen, in dem Kriegsgebiet stationiert bleiben sollten.

Spanische Regierung: Geiselnahme ist Lüge

Die Bewegung des radikalen schiitischen Geistlichen Muktada al Sadr hält nach eigenen Angaben mehrere spanische Soldaten als Geiseln gefangen. Das berichtete der arabische Nachrichtensender Al Jazeera am Donnerstag unter Berufung auf Sadrs Sprecher Amer al Husseini. Dieser habe erklärt, die Spanier und mehrere Soldaten aus anderen Staaten würden in der Stadt Kufa festgehalten. Sie könnten gegen den am vergangenen Samstag verhafteten Geistlichen Scheich Mustafa al Yakubi ausgetauscht werden.

Das spanische Verteidigungsministerium hat Berichte dementiert, wonach spanische Soldaten im Irak als Geiseln festgehalten werden sollen. "Es ist eine Lüge", sagte ein Ministeriumssprecher am Donnerstag auf entsprechende Medienberichte. (APA/AP)

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