Ex-KFOR-General: "Lage dramatischer als erwartet"

9. April 2004, 17:04
14 Postings

Washington soll Bündnispartner suchen

Köln - Angesichts des eskalierenden Widerstands im Irak sieht der frühere Kommandant der KFOR-Truppen in Kosovo, Klaus Reinhardt, die USA in einer äußerst schwierigen Lage. "Wenn die USA dort nicht das Odium der Besatzer abgeben, kommen sie aus der Falle nicht mehr heraus", sagte Reinhardt am Donnerstag im ARD-Morgenmagazin. Die Situation sei wesentlich dramatischer als erwartet.

Für die Amerikaner sei es nun notwendig, im Innern wie im Äußeren neue Bündnispartner zu suchen, um die explosive Lage in den Griff zu bekommen. Doch komme die Zusammenarbeit mit weniger radikalen Kräften im Irak und auch die stärkere Beteiligung der Vereinten Nationen nicht voran, sagte der ehemalige Bundeswehrgeneral. "Mehr Gewalt, die ständig Gegengewalt provoziert, und neue Soldaten helfen nicht weiter."

Der gewaltsame Widerstand hatte am Mittwoch unbekannte Ausmaße angenommen. Von Kirkuk im Norden bis weit in den Süden kämpften am Mittwoch Aufständische gegen die Besatzungstruppen. Seit Sonntag wurden bei den Gefechten dutzende US-Soldaten und mehr als 200 Iraker getötet. (APA/AP)

Share if you care.