Philippinen: Abu-Sayyaf-Extremisten getötet

9. April 2004, 17:50
posten

Militär meldet Tod eines Führungsmitglieds der islamistischen Untergrundorganisation

Zamboanga - Philippinische Soldaten haben am Donnerstag nach eigenen Angaben sechs Mitglieder der islamistischen Extremistengruppe Abu Sayyaf getötet. Unter ihnen sei auch ein ranghohes Führungsmitglied der Organisation, das von den USA wegen des Todes zweier amerikanischer Geiseln gesucht worden sei, teilte ein Militärsprecher mit. Vier Soldaten seien bei dem Gefecht in der Ortschaft Makiri im Süden des Landes verwundet worden.

Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo hatte am Vortag die Bildung einer ausschließlich aus Polizisten moslemischer Religionszugehörigkeit zusammengesetzten Anti-Terror-Brigade angekündigt. Wie ihr Sprecher Ignacio Bunye in Manila mitteilte, fiel die Entscheidung am Vortag bei einem Treffen der Präsidentin mit Repräsentanten der moslemischen Bevölkerungsgruppe. Die militante Moslemgruppe Abu Sayyaf hatte in den vergangenen Tagen mit einer neuen Terrorwelle durch Selbstmordanschläge gedroht. Die Polizei nahm sechs mutmaßliche Abu-Sayyaf-Mitglieder fest, die ein Sprengstoffattentat auf einen Zug vorbereitet haben sollen.

Innenpolitischer Druck

Präsidentin Macapagal Arroyo steht innenpolitisch unter Druck. Bei den Präsidentenwahlen im kommenden Mai zeichnet sich in sämtlichen Meinungsumfragen ein Sieg des 64-jährigen Filmschauspielers Fernando Poe ab, eines Freundes ihres 2001 abgesetzten Vorgängers Joseph Estrada.

Die Regierung in Manila hatte sich prinzipiell gegen den Einsatz von US-Truppen im Kampf gegen moslemische Separatisten auf der südlichen Insel Mindanao ausgesprochen. Die USA hatten im Vorjahr angekündigt, mit mehr als 1700 Soldaten eine Großoffensive der philippinischen Armee gegen Abu Sayyaf zu unterstützen. Die Philippinen hatten dagegen betont, die US-Soldaten würden lediglich als "Berater" eingesetzt. (APA/AP)

Share if you care.