David Hings, Erfinder des Walkie-Talkies, gestorben

15. April 2004, 10:44
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Im Alter von 96 Jahren - Gerät spielte wichtige Rolle im Zweiten Weltkrieg

Der Erfinder des Walkie-Talkies, der Kanadier David Hings, ist tot. Hings starb im Alter von 96 Jahren, wie die kanadische Zeitung "Globe and Mail" am Mittwoch auf ihren Nachrufseiten berichtete. Er sei bereits am 25. Februar in seinem Haus in der Nähe von Vancouver gestorben, hieß es.

1937

Der begeisterte Bastler und Autodidakt hatte sein tragbares Funksprechgerät 1937 entwickelt. Damals arbeitete Hings für eine kanadische Bergbaugesellschaft, deren Geologen isoliert im eisigen Norden des amerikanischen Kontinents im Einsatz waren. Mit dem Walkie-Talkie konnten sie im Wechselsprechverkehr Kontakt untereinander halten.

Gerät spielte wichtige Rolle im Zweiten Weltkrieg

Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs interessierte sich die Armee für Hings' Erfindung, die er in ihrem Auftrag ausbaute und perfektionierte. Bald wurde sein Modell C-58 in großen Stückzahlen produziert und spielte eine große Rolle für die Kommunikation auf den Schlachtfeldern in Europa und dem Pazifikraum.

Gemeinschaft von Erfindern

Nach dem Krieg kaufte sich der Erfinder ein großes Stück Land nahe Vancouver, wo er mit seiner Frau und seinen vier Kindern lebte. Nach und nach verkaufte er Parzellen seines Grundstücks an seine Mitarbeiter und schuf damit eine Gemeinschaft von Erfindern. In dieser Umgebung verbrachte Hings den Rest seines Lebens mit der Entwicklung neuer Geräte. Er ließ sich rund 50 weitere Erfindungen patentieren.

Morsezeichen

Während Hings nie die Lorbeeren für das Walkie-Talkie für sich reklamierte, beanspruchten zahlreiche andere die Erfindung für sich - unter anderem die Firma Motorola, die zu Beginn der dreißiger Jahre ein ähnliches Gerät entwickelt hatte, das jedoch nur mit Morsezeichen funktionierte. Ein Jahr nach Hings entwickelte zudem ein US-Bürger ein ähnliches Modell wie der Kanadier. (APA)

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