Wiener Kabarett-Lokal Kulisse kündigt sein Ende an

16. April 2004, 21:17
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Zugesperrt soll zu Jahresende werden, finanzielle "Altlasten" sind die Ursache

Wien - Finanzielle "Altlasten" in der Höhe von 135.000 Euro und "die Vertröstungs-Taktik" seitens des Kulturamtes der Stadt Wien sind für Doris Ringseis, Geschäftsführerin des Wiener Kabarett-Lokals Kulisse, der Grund, am Mittwoch mit ihrer Ankündigung, die Kulisse zum Jahresende zu schließen, an die Öffentlichkeit zu gehen. Mit den zugesagten Mitteln der Fernwärme Wien (75.000 Euro für die Saison 2004/05) will Ringseis einen Teil der Altlasten abdecken.

Die Kulisse verfügt über 216 Sitzplätze. Die Besucherzahlen seien besonders im vergangenen Jahr mit dem "heißen Sommer" schlecht gewesen, so Ringseis, die Schulden hätten sich über Jahre im Spielbetrieb angesammelt.

Fernwärme als Generalsponsor

Seit August 2003 stehe sie in Verhandlungen mit dem Kulturamt, so Ringseis, vergangenen Freitag habe es dann geheißen: "Wir haben kein Geld." Die Regelung, dass die Fernwärme Wien als Generalsponsor der Kabarett-Szene einspringt, nennt Ringseis eine "Alibilösung": "Die Stadt Wien darf sich nicht aus der Verantwortung ziehen". In der Kulturabteilung der Stadt Wien verweist man auf die Lösung mit dem Sponsor Fernwärme. Lediglich Investitionsförderungen könne man gewähren. "Wir haben auch in der Vergangenheit immer geholfen", so eine Sprecherin.

Andreas Salcher, Kultursprecher der ÖVP Wien, versprach heute in einer Reaktion, sich dafür einzusetzen, dass das Kabarett Kulisse den Wienern erhalten bleibt." Vom "zuständigen Kulturstadtrat" forderte er "faire und transparente Förderbedingungen für die gesamte Kabarettszene". (APA)

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