Nepal: Maoisten entführen im Südwesten 1.500 Jugendliche

9. April 2004, 09:37
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Verschleppte sollen offenbar für Rebellen kämpfen

Kathmandu - Maoistische Rebellen haben im Südwesten Nepals 1.500 Jugendliche entführt. Die Buben und Mädchen seien am Dienstagabend aus drei Dörfern in der entlegenen Provinz Kanchanpur verschleppt worden, sagte ein örtlicher Abgeordneter, Rajendra Singh Rawal, am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. "Die Rebellen brachten sie mit 27 Lastwagen an einen unbekannten Ort", sagte er. Die Regierung wirft den Rebellen vor, angesichts ihrer wachsenden Verluste junge Männer dazu zu zwingen, für sie zu kämpfen.

Unter den am Dienstag Entführten waren nach Angaben Rawals auch minderjährige Mädchen. Vor ihrer Abfahrt hätten die Entführer angekündigt, bald zurückzukehren und weitere junge Männer zu holen. Aus Angst vor Entführungen flüchteten viele Einwohner über die Grenze ins benachbarte Indien. Erst zu Beginn dieser Woche waren laut Polizei in der Region Dadheldhura in West-Nepal 150 Lehrer verschleppt worden.

Die maoistischen Aufständischen versuchen seit 1996, die konstitutionelle Monarchie in dem 23-Millionen-Einwohner-Staat zu stürzen und eine kommunistische Republik zu errichten. Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen kamen in dem Bürgerkrieg 9.500 Menschen ums Leben. (APA)

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