Rotes Kreuz verlangt Zugang zu Spitälern in Falluja

8. April 2004, 13:56
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Sunniten-Rat setzt Kontakte zur UNO aus Protest aus

Bagdad - Angesichts der erbitterten Kämpfe in der sunnitischen Widerstandshochburg Falluja hat das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) die US-Truppen und die sunnitischen Aufständischen aufgerufen, die Zugänge zu den Krankenhäusern der Stadt freizuhalten. Der Zugang für Verletzte und Kranke zum Krankenhaus von Falluja müsse garantiert sein, forderte eine IKRK-Sprecherin am Mittwoch. Seit Beginn der US-Offensive "Vigilant Resolve" (Wachsame Entschlossenheit) in Falluja am Montag habe das IKRK 1,5 Tonnen Medikamente an drei Feld-Krankenhäuser in der Stadt geliefert. Eine weitere Lieferung solle am Donnerstag folgen.

Die US-Truppen hatten am Montag eine Offensive in Falluja gestartet. Ziel ist es, die Verantwortlichen für die Tötung und Schändung von vier US-Aufbauhelfern in der vergangenen Woche zu fassen. Seit Dienstagabend wurden in der Stadt bei heftigen Gefechten mindestens 46 Iraker getötet. Etwa 40 weitere Rebellen starben am Mittwoch nach US-Armeeangaben beim Bombenabwurf auf eine Moschee, in der sich die Aufständischen verschanzt hielten.

Der Rat der sunnitischen Geistlichen verkündete am Mittwoch die Aussetzung aller Kontakte mit der UNO, solange diese nicht den Militäreinsatz in Falluja und anderen Städten des Landes verurteile. Die Vereinten Nationen müssten die "Militäreinsätze gegen das irakische Volk" klar verurteilen, forderte der Rat der sunnitischen Ulemas in Bagdad. Die "Belagerung" von Falluja müsse umgehend beendet werden. Der Rat rief zu einem Streik in ganz Irak "bis zum Ende der Belagerung und der Militäroffensiven" auf. In den Moscheen des Landes sollten Sitzstreiks stattfinden. Britische und US-Produkte müssten boykottiert werden. Dies sei eine "religiöse und nationale Verpflichtung". (APA)

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