Italien will Soldaten nicht abziehen

8. April 2004, 13:57
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Außenminister Frattini: "Italien wird sich Terrorismus und Angst nicht beugen"

Rom - Der italienische Außenminister Franco Frattini hat am Mittwoch vor dem römischen Parlament beteuert, dass die Regierung Berlusconi ihre Soldaten aus dem Irak nicht abziehen wird. "Wir dürfen uns dem Terrorismus, den Drohungen und der Angst nicht beugen. Die Phase ist schwierig, doch wenn wir jetzt den Irak verlassen, würden wir das Land den Terroristen überlassen", warnte Frattini.

"Unsere Soldaten leisten eine außerordentliche Arbeit in einer sehr schwierigen Situation. Das ganze Land hat die moralische Pflicht, sie zu unterstützen", sagte Frattini. Er betonte, dass die italienische Mission zur Hilfe und nicht zur Unterdrückung der lokalen Bevölkerung gedacht sei. Italien habe stets versucht, den Dialog mit den lokalen Gruppen und den Chefs der verschiedenen Stämmen offen zu halten", so der Außenminister.

Frattini betonte, dass sich Italien für ein stärkeres Engagement der NATO im Irak einsetzen wird, sobald es eine legitime irakische Regierung geben wird. "Das irakische Volk kann nicht der Gewalt einiger extremistischer Gruppen überlassen werden", meinte der Minister. Am Dienstag waren bei schweren Kämpfen im südirakischen Nassiriya zwölf italienische Soldaten verletzt worden.

Die Rede des Ministers wurde öfters von Protesten aus den Reihen der Opposition unterbrochen. "Unsere Soldaten, die im Rahmen einer Friedensmission entsendet wurden, beteiligen sich an einer militärischen Besatzung im Irak. Sie nehmen de facto an einem Krieg teil. Dass können wir nicht akzeptieren", so der Sprecher der Grünen, die in Italien eine stark pazifistische Position eingenommen haben. Er attackierte den italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi, der die Irak-Politik von US-Präsidenten George W. Bush mit Überzeugung unterstützt. (APA)

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