Präsentation hat einen Namen

18. Februar 2005, 14:38
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Der "Vater der österreichischen Präsentationstechnik", Emil Hierhold, feiert seinen 30. Geburtstag als Berater und baut immer mehr seiner Kurse in Englisch aus: "Presentations at their very best."

Emil Hierhold (60) im Vorjahr vom Bundespräsidenten wegen seiner Verdienste um die Erwachsenenbildung ("Vater der Präsentationstechnik in Österreich") mit dem Berufs- titel "Professor" ausgezeichnet, erinnert sich noch ganz genau an diese Situation vor 30 Jahren: Als er, der erfolgreiche Marketingchef von Firmen wie Unilever, Maresi und Pepsi, nur eines wusste - nicht mehr so weiter machen wollen wie bisher.

Hierhold wird selbstständiger Berater bei der Gesellschaft für Personalentwicklung mit dem Schwerpunkt "Präsentationstechnik", was es bis dahin in Österreich eigentlich so gar nicht gab.

"Immer Präsentation."

Nach einen Jahr erkennt er, was er will: "Immer Präsentation." Und als Definition dafür: "Präsentation ist Marketing für Ideen." 1990 gründet er seine Hierhold Presentations GmbH (HPS), fünf Jahre später eine Tochter in London und fusioniert 2002 mit dem Managementinstitut MDI. Neben Moskau und London ist HPS jetzt auch in Genf und Frankfurt vertreten.

Die HPS-Methode umfasst sieben Schritte: von der Analyse der Zielgruppe über den Präsentationsaufbau (in fünf Minuten das Wesentliche bringen), den Einsatz von Visualisierungsmitteln, die Bildgestaltung ("Weniger ist mehr"), den richtigen Umgang mit verschiedenen Hilfsmitteln wie Overhead, Dias, Datenprojektion, Flip-Chart, Multimedia und Video, das überzeugende persönliche Auftreten und schließlich bis zu Interaktionsstrategien für kritische Situationen.

Seminare ausschließliche Seminarsprache

Die Kundenliste liest sich wie das Who's who der österreichischen Wirtschaft: von Allianz bis Zumtobel. Immer mehr an Bedeutung gewinnt in den letzten Jahren Englisch als ausschließliche Seminarsprache.

Zwar hat man bei HPS schon 1999 damit begonnen, aber erst zuletzt, auch unter dem Eindruck der nahen EU-Erweiterung und innereuropäischer Firmenzusammenschlüsse gewinnt das Ganze an Dynamik, weiß auch Tasha Faltys Linden, eine der englischen Trainerinnen. Die gebürtige Amerikanerin, jahrelang beim ORF und dort als Journalistin bei "Blue Danube Radio", später dann im Radio-marketing sowie bei Spezialproduktionen tätig, verstärkt seit dem Vorjahr HPS.

Seither macht sie an drei harten Tagen jeweils zehn anstrengende Stunden Präsentationstechnik und freut sich über die hohe Motivation, mit der ihre Schützlinge ans Werk gehen.

Nach drei Tagen nichts auszusetzen

"Die HPS-Techniken sind logisch, leicht fassbar und führen zu sofortigen Verbesserungen im persönlichen Auftritt", spricht Tasha Faltys Linden aus der Schule. Und sie ist stolz darauf, dass nach drei Tagen und einer kurzen Vorbereitung jeder der Seminarteilnehmer eine Präsentation hinlegt, an der auch der "Präsentationspapst" Emil Hierhold himself nichts auszusetzen hätte.

"Durch gleich bleibende hohe Qualität über Jahre hinweg hat es HPS geschafft, für Präsentationstechnik eine wirkliche Marke zu kreieren", analysiert Kunde Peter Truzla, Personalchef von Henkel Central Eastern Europa.

Jedenfalls entfallen von den rund 700 Manntagen im Jahr, die HPS gebucht ist, bereits 100 auf englischsprachige Präsentationen. Und den 14 deutschsprachigen Trainern und Coaches stehen bereits sechs Native English Speakers gegenüber, Tendenz steigend. Zwar sucht man aktuell keine neuen Leute, aber Emil Hierhold, der sich selbst auch noch unter Chef's special buchen lässt, weiß, wen er nicht will: "Lehrer, Psychologen, Schauspieler, Theoretiker, dafür aber Menschen, die schon einmal das gemacht haben, was sie präsentieren." (Fritz Pesata, DER STANDARD, Printausgabe, 3./4.4.2004)

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