Weltgesundheitstag: Verkehrsminister stand Kopf

8. April 2004, 11:45
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Hubert Gorbach testete Gurten-Anlegen im Rettungssimulator - Große Pläne gegen Verkehrstote

Wien - Der Welt-Gesundheitstag unter dem Motto "Verkehrssicherheit" begann für Vizekanzler Hubert Gorbach (F) am frühen Mittwochvormittag mit einem Kopfstand am Heldenplatz. Der Verkehrsminister hatte sich zum Startschuss einer ÖAMTC-Kampagne fürs Gurten-Anlegen im Rettungssimulator des Verkehrsclubs bei der Erzherzog-Karl-Statue einmal "durchschleudern" und aus dem Fahrzeug "retten" lassen. "Ein Minister steht Kopf", sagte Gorbach kopfüber. "Aber er ist angeschnallt und deshalb sicher."

Angurten

"Einmal schleudern bitte", hieß es wenige Minuten später auch für den Formel 1-Piloten Christian Klien. "Angurten im Auto gehört für mich genauso dazu wie den Schlüssel ins Zündschloss stecken." Der Vorarlberger, der im schwarzen Jaguar mit Salzburger Kennzeichen auf den Heldenplatz fuhr, betonte, dass er sich im normalen Straßenverkehr stets an die Vorschriften halte. "Austoben kann ich mich auf der Rennstrecke." Ab Herbst ist vom Verkehrsminister eine groß angelegte Aktion unter dem Motto "Fasten seat belts, please" geplant, die Broschüre "Sicher unterwegs - Kindersicherheit im Auto" wird ab sofort in Schulen gratis verteilt.

26 Prozent der Kinder im Auto nicht angeschnallt

Die Sicherheit der Kinder und Jugendlichen wurde am Mittwoch überhaupt groß geschrieben und auch von Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat (V) auf einer Pressekonferenz mit Gorbach und dem Direktor für Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV), Othmar Thann, deutlich betont. "Das höchste Risiko, in einen Verkehrsunfall verwickelt zu werden, trifft die 15- bis 24-Jährigen", sagte Rauch-Kallat. Unverständnis zeigte die Gesundheitsministerin auch für die Sorglosigkeit mancher Eltern: "26 Prozent der österreichischen Kinder sitzen nicht angeschnallt im Auto. Das ist eine inakzeptable Quote." Laut Gorbach ist die Gefahr, bei einem Unfall zu sterben, ohne Gurt sechs Mal so hoch wie mit Gurt.

Große Pläne gegen Verkehrstote

Vorgestellt wurde am Mittwoch die Aktion "Sicherheit kommt bestens an". Damit sollen heimische Unternehmen bewegt werden, die Europäische Charta für Verkehrssicherheit zu unterzeichnen und sich im darin festgelegten Ziel der Reduktion der Verkehrstoten um 50 Prozent bis 2010 zu bekennen. Gorbach: "Die Unternehmen sollen Maßnahmen zur Verkehrssicherheit ergreifen, die über die gesetzlichen Bestimmungen hinausgehen."

In den nächsten Tagen werden 300 Top-Unternehmen eine Einladung des Verkehrsministers zur Teilnahme erhalten, bereits am Mittwoch wurden die "Pioniere" BP Österreich (für ein internes Sicherheitstraining aller Lkw-Fahrer der Firma), Brau Union vertreten mit dem alkoholfreien Bier Schlossgold (für die Verlosung von ÖAMTC-Crash-Kursen auf den Etiketten) und Skribo (für das Verteilen von Kinder-Malbüchern zum Thema richtiges Verhalten im Straßenverkehr) von Gorbach mit dem "Gütesiegel für die Straßenverkehrssicherheit" ausgezeichnet. (APA)

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    Vizekanzler Hubert Gorbach in einem Rettungssimulator zum Weltgesundheitstag zum Thema "Gurt und Kindersicherheit"

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