"Aufregende Wochen" für Klien

20. April 2004, 11:45
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Zufriedene Bilanz nach den ersten drei Rennen - Lob von Teamchef Tony Purnell und Ferrari-Cheftechniker Ross Brawn

Wien - Nach achtwöchiger "Welt-Tournee" ist Christian Klien wieder in der Heimat gelandet. Der Formel-1-Neuling aus Vorarlberg zog nach den drei Übersee-Rennen in Australien, Malaysia und Bahrain am Mittwoch im Wiener Denzel-Kundencenter eine zufriedene Bilanz. "Es waren aufregende und sehr positive Wochen. Ich habe versucht zu lernen und Erfahrung zu sammeln und letztlich habe ich auch gute Rennen abgeliefert", zeigte sich der 21-jährige Jaguar-Pilot mit seinem Formel-1-Einstand absolut zufrieden.

Klien ist in allen drei Rennen durchgekommen, zuletzt hatte er in Bahrain erstmals auch seinen starken Teamkollegen Mark Webber im Griff. Diese tolle Vorstellung unterstreicht nur die Rasanz des Aufstiegs und das Riesentalent von Klien, der vor einem Jahr noch in der Formel Renault gefahren ist.

"Der nächste Schritt"

In den ersten zwei Saisonrennen hatte er sich noch aufs fehlerfreie Durchkommen konzentriert, bereits in Bahrain rückte er sich mit sehenswerten Zweikämpfen gegen Kimi Räikkönen und Sauber-Pilot Felipe Masse erstmals wirklich in den Blickpunkt, auch wenn am Ende "nur" Platz 14 heraus kam. Klien: "Das war auch für mich schon der nächste Schritt. Dort, wo für alle Neuland war, habe ich erstmals gezeigt, dass ich auch schnell bin und fighten kann."

"Ein Riesenschritt"

Klien ist zudem offenbar der erste Teamkollege, der Mark Webber Paroli bieten kann. Und das, obwohl der Australier bisher alle Teamkollegen "zerstört" hat und für nächste Saison schon mit BMW-Williams in Verbindung gebracht wird. "Ich hab halt Talent", versuchte Klien schmunzelnd einen Erklärungsversuch. Fakt ist: "Ich konnte in Bahrain erstmals richtig pushen. Mark hatte keine nennswerte Probleme, war aber trotzdem hinter mir. Das zeigt, dass ich wirklich einen Riesenschritt gemacht habe. Das heißt zwar nicht, dass ich schon besser bin als er, aber ich arbeite daran."

Viel Lob

Kein Wunder, dass Klien in Bahrain deshalb viel Lob ausfasste. "Alle waren extrem positiv. Teamchef Tony Purnell hat mir ebenso gratuliert wie Ferrari-Cheftechniker Ross Brawn. Solche Anerkennung ermutigt, speziell wenn man der jüngste Fahrer im Feld ist."

Keine Pause

Viel Ruhe ist Klien nach den anstrengenden Wochen nicht gegönnt. Kaum zurück in Österreich absolvierte er einen PR-Termin nach dem anderen. Klien wird diese Woche mit Karate-Ex-Weltmeister Daniel Devigili an der Kondition arbeiten, nächste Woche stehen schon wieder Formel-1-Tests in Le Castellet an.

Vorfreude auf Imola

Und danach der erste Europa-GP in Imola. Eine von Kliens Lieblingsstrecken. "Die erste, die ich wirklich kenne. Aber nur von der Formel Renault, deshalb haben die anderen Piloten sicher auch dort Vorteile. So gesehen ist es für mich wieder Neuland. Aber ich steige auf jeden Fall auf einem ganz anderen Level ein als auf Strecken, die ich nur von der Playstation kenne."

"Keine Zeit für echte Freundschaften"

Das Leben in der Formel 1 sei beeindruckend, so Klien, Kontakte mit anderen Piloten beschränkten sich aber auf Smalltalk, "für echte Freundschaften ist keine Zeit." Der Jaguar R5 sei weit besser als sein von vielen kritisierter Ruf. Ferrari habe über den Winter sichtlich einen Superjob gemacht und bezüglich Michael Schumacher sehe man eben, "was ein sechsfacher Weltmeister wert ist." Bei McLaren-Mercedes gehe derzeit tatsächlich nicht viel weiter. Klien: "Der Räikkönen tut mir schon richtig leid!" (APA)

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    Christian Klien zieht nach drei Saisonrennen eine erste Bilanz und zwar eine durchaus positive.

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