Mexiko: Über 30 Tote nach heftigen Überschwemmungen

8. April 2004, 21:49
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Rio Bravo, der Grenzflusses zu den USA stieg um sechs Meter - Grenzgebiet war bisher eine trockene Region

Mexiko-Stadt - Im Nordosten Mexikos haben neue heftige Regenfälle weitere Ortschaften überschwemmt. Wie das mexikanische Fernsehen am Mittwoch meldete, stieg der Wasserstand des Rio Bravo, des Grenzflusses zu den USA, um bis zu sechs Meter. In der Grenzstadt Matamoros, rund 40 Kilometer vor der Mündung des Flusses in den Golf von Mexiko, standen mehrere Stadtteile unter Wasser. In der 450 Kilometer landeinwärts gelegenen Stadt Piedras Negras stieg die Zahl der Toten nach den Überschwemmungen vom Montag auf 34.

Grenzgebiet war bisher eine trockene Region

Das Grenzgebiet zwischen Mexiko und den USA ist gewöhnlich eine trockene Region, wo es bis vor kurzem Streit zwischen beiden Seiten um die Nutzung des Flusswassers gab. Am Dienstag wurden in der Nähe von Matamoros ein Bub und sein Onkel beim Angeln von den Fluten mitgerissen. Ihre Körper wurden bis Mittwoch nicht gefunden. Die mexikanischen Behörden warnten alle Landsleute davor, den Rio Bravo, der in den USA Rio Grande heißt, zu durchqueren. In trockenen Zeiten waten tausende Mexikaner bei dem Versuch, illegal in die USA zu gelangen, durch den Fluss.

Warnungen kamen spät

In Piedras Negras harrten am Mittwoch noch rund 2.000 Obdachlose in Notherbergen aus. Dort waren 300 Häuser zerstört und weitere 300 beschädigt worden. Die mexikanische Sozialministerin Josefina Vazquez Mota sagte am Mittwoch schnelle Hilfe beim Wiederaufbau zu. Verschiedene Einwohner von Piedras Negras warfen der Regierung vor, nicht rechtzeitig vor der Flutwelle im Rio Escondido, einem Zufluss des Rio Bravo, gewarnt zu haben. (APA)

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    Einwohner von Piedras Negras warfen der Regierung vor, nicht rechtzeitig vor der Flutwelle im gewarnt worden zu sein

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