Polit-Hickhack um Radio Osttirol

29. April 2004, 11:51
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Vertragsverlängerung von Geschäftsführerin Brugger wackelt - Vorwurf der ÖVP-Interventionen

In Branchenkreisen gilt Radio Osttirol als Vorzeigesender im Privatradiobereich und erfreut sich hohen Hörerzuspruchs. Politisch geht es dagegen derzeit hoch her rund um das Regionalradio: Es spießt sich an der Vertragsverlängerung von Geschäftsführerin Christine Brugger. Die ortet "Interventionen" seitens der ÖVP, die bis hin zur "Verleumdung und Rufschädigung" gehen, wie sie zur APA sagt. Der Grund: Bruggers Ehemann Josef ist seit den Tiroler Wahlen im Vorjahr Landtagsabgeordneter für die Grünen.

Zaudern bei Vertragsverlängerung

"Wenn dein Mann in den Landtag kommt, kannst du zusammenpacken", habe man ihr bereits vor der Wahl signalisiert, sagt die Geschäftsführerin. Nun wurde bei der Verlängerung ihres Vertrages, der mit 13. März 2004 auslief, "gezaudert". Vorerst wurde festgehalten, "dass der Vertrag vollinhaltlich verlängert wird und bis zum 30. Mai neu formuliert werden soll". Endgültige Entscheidung gibt es also noch keine.

Stellungnahme angekündigt

Mehrheitsgesellschafter beim Regionalsender, der laut Radiotest im zweiten Halbjahr 2003 auf 16 Prozent Marktanteil kam, ist die Osttiroler Bote Privatstiftung mit Nähe zu Landwirtschaftskammer und Bauernbund. Just der Geschäftsführer des Bauernbundes Osttirol sorgte indes vor wenigen Tagen für einen lokalpolitischen Knalleffekt: Rainer Brugger legte nach 30-jähriger Tätigkeit sein Amt zurück und trat auch gleich aus dem Bauernbund aus, berichtete die "Kleine Zeitung". Als Grund nannte er das Verhalten der ÖVP gegenüber dem Radiosender und dessen Chefin. Sein Name ist übrigens kein Zufall: Er ist der Bruder des Grünen Landtagsabgeordneten.

Herbert Schett, Bezirksgeschäftsführer der ÖVP Lienz, kündigte am Mittwoch auf APA-Anfrage eine schriftliche Stellungnahme an. (APA)

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