Matthäus hat Tipps für Ballack

14. April 2004, 12:08
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"Ein Superstar muss mit Kritik fertig werden" - Deisler nach Depressions-Pause vor Comeback

München - Lothar Matthäus, früherer Rapid-Teamchef, hat sich in die Schar der Ballack-Kritiker eingereiht und wirft dem deutschen Fußball-Teamspieler des FC Bayern München falschen Umgang mit den Medien vor. "Michael Ballack muss jetzt lernen, mit dieser Kritik richtig umzugehen. Ein Superstar muss damit fertig werden", schrieb Matthäus in seiner Kolumne in der "Sport Bild".

Matthäus fordert Worte und Leistung

Nach der heftigen öffentlichen Kritik in den vergangenen Wochen hatte sich Ballack nach dem Länderspiel gegen Belgien am vorigen Mittwoch in Köln zurückgezogen und Interviews verweigert. "Er muss sich stellen - mit Worten und mit Leistung", forderte Matthäus, "Ballack muss sich jetzt in München durchbeißen."

Mit seinen Äußerungen unterstützt Matthäus ARD-Chefkritiker Günter Netzer, der die Leistung des 27-Jährigen gegen Belgien moniert hatte. Auch Franz Beckenbauer hatte nach dem 3:0-Sieg Zweifel an der Einstellung Ballacks geäußert. Der Mittelfeldspieler war am Dienstag im Testspiel gegen eine Liga-Auswahl Katars in Doha, das der deutsche Meister im Elfmeterschießen mit 4:3 gewann, nach 45 Minuten mit Wadenproblemen in der Kabine geblieben.

Deisler: "Ich bin ganz ruhig"

Ist Ballack für das Liga-Spiel am Samstag gegen Schalke fraglich, so bereitet sich Sebastian Deisler vorsichtig auf seine Rückkehr in den Profikader vor. Fünf Monate nach seinem bisher letzten Bundesliga-Einsatz beim 4:1 gegen Borussia Dortmund am 8. November vorigen Jahres feierte der 24-Jährige an Donnerstag im Regionalligaspiel der Bayern-Amateure gegen Kickers Offenbach sein Comeback.

"Ich bin ganz ruhig, denn ich habe gut trainiert", sagte Deisler, der sich mit dem Einsatz bei den Profis nicht unter Zeitdruck setzt: "Das wird noch dauern, denn ich muss noch einige Kilos abspecken." Zum Kader für das Schalke-Spiel wird Deisler nicht gehören. Nach seiner letzten Bundesliga-Partie war er wegen Depressionen neun Wochen in stationärer Behandlung. Anfang Februar hatte er sein körperliches Aufbautraining begonnen. (APA/dpa)

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    Michael Ballak (li) jubelte nach seinem Torerfolg beim 3:0 gegen Belgien mit Jens Jeremies. Danach war Funkstille. Deutschlands große Spielmacher-Hoffnung verließ zum Zorn der TV-Anstalten ohne Kommentar das Stadion.

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